Kai Pflaume, Tessin, Leserkommentare

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Das ‚Raumschiff Berlin‘ lockt Journalisten“
(meedia.de, Christian Meier)
Christian Meier sucht Gründe, warum so viele Politikjournalisten in die Politik wechseln. „Zum einen rühmen Journalisten sich mit ihrer Stellung als unabhängige Beobachter. Zum anderen suchen sie oft instinktiv die Nähe zu den Objekten ihrer Berichterstattung. Man muss nur auf ein paar Medienparties gewesen sein, bei denen auch Politiker eingeladen waren, und wird verstehen, was gemeint ist.“

2. „Die Gänsehaut-Umleitung“
(faz-community.faz.net, Peer Schader)
Kai Pflaume spricht über 18 Jahre „Nur die Liebe zählt“: „Die Scripted-Reality-Formate waren am Ende ein großes Problem für ‚Nur die Liebe zählt‘, weil wir öfter gefragt wurden: Ist das auch nicht echt, was ihr da zeigt? Auch wenn das echte Leben die schönsten Geschichten schreibt, erscheint es gegen die mittlerweile vom Zuschauer gelernte Verdichtung einer geskripteten Wirklichkeiten oft langweilig.“

3. „Einfluss von PR auf Tageszeitungen im Tessin“
(de.ejo-online.eu, Gerardo Bramati)
Eine Masterarbeit von Gerardo Bramati untersucht 1144 Artikel mit Regionalbezug der Tageszeitungen „Corriere del Ticino“ und „La Regione Ticino“. 74 Prozent der Artikel sind „zweifelsfrei von PR-Aktivitäten induziert“. Siehe zum Thema auch „Im Körper des Feindes“ (taz.de, Frank Brunner).

4. „Verachtung am Morgen“
(dradio.de, Mely Kiyak)
Mely Kiyak stellt fest, dass „sobald ein Artikel das Thema Integrationspolitik oder Islam streift“, sich innerhalb kürzester Zeit 100, 200 manchmal bis zu 500 Leserkommentare sammeln. „Notfalls müssen sich Zeitungen mit der Idee vertraut machen, ihren Lesern kein Forum für Islamfeindlichkeit zu bieten und damit möglicherweise auf Teile ihrer Leserschaft verzichten. Zeitungen können sich nicht gleichzeitig über Islamhetze in rechten Blogs und Foren empören und ihren Lesern Möglichkeiten zur Verbreitung ihrer anti-muslimischen Gesinnung bieten.“

5. „Hebräerkritisches vom Gasmann“
(boess.welt.de, Gideon Böss)
Gideon Böss sammelt Kommentare, die er nach einem Hinweis auf eine Meldung, in der steht, dass ein 13-jähriger Junge in Berlin Prenzlauer Berg „von einem Unbekannten antisemitisch beschimpft und geschlagen worden“ ist, erhält.

6. „Er denkt, was sonst viele nur sagen“
(ahoipolloi.blogger.de)