„Bild“ verliert „Verlierer“

Natürlich darf es einer Nachrichtenagentur nicht passieren, etwas zu melden, das nicht stimmt — und sei es nur für 24 Stunden für 16 Minuten. Solange dauerte es nämlich gestern morgen, bis die Agentur AP widerrief, dass nach der CSU-Wahlniederlage die CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer zurücktreten müsse.

Für „Bild“ sind Fehler und Eingeständnis immerhin Grund genug, AP heute zum „Verlierer“ des Tages zu machen (siehe Ausriss).

Dass jedoch „lediglich ein CSU-Bezirksvorstand (…) Haderthauers Rücktritt gefordert“ hätte, wie „Bild“ behauptet, ist wiederum ein Fehler, der so zwar auch im AP-Widerruf stand, aber in „Bild“ so nicht stehen dürfte. Denn bereits gestern Nachmittag, also lange vorm „Bild“-Redaktionsschluss, war klar, dass Haderthauer selbst ihren Rücktritt angeboten hatte, ihr Angebot aber (zunächst) parteiintern abgelehnt worden war.

Heute morgen nun, als „Bild“ mit ihrer „Verlierer“-Meldung millionenfach am Kiosk lag, hat sich die „Eil-Ente“ von AP dann aber doch bewahrheitet: Haderthauer hat (wie auch CSU-Chef Erwin Huber) öffentlich ihren Rücktritt angekündigt.* Weshalb die Agentur mit ihrer „Falschmeldung!“ spätestens morgen eigentlich – zumindest für die „Bild“Redaktion – als glücklicher „Gewinner“ dastehen müsste.

*) Laut Bild.de stand Haderthauers Rücktrittsbeschluss übrigens bereits gestern „gegen 23 Uhr“ (also noch vorm finalen „Bild“-Redaktionsschluss) fest.