MDR, Mario Basler, Kurt Tucholsky

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Quote, Kohle, Skandale“
(sueddeutsche.de, C. Kohl und H. Leyendecker)
Die 20-jährige Geschichte des MDR: „Wenn Beobachter von draußen auf die zwei Jahrzehnte zurückblicken, reden sie meist über Politfilz, geschäftliche Sauereien, übelste Geldgeschichten und Stasi-Verwicklungen der Sender-Mannschaft.“

2. „Zeugnis“
(dwdl.de, Arnd Zeigler)
Arnd Zeigler bewertet Fußballmedien. Zu „Bild“-Experte Mario Basler notiert er: „Wortspielereien, die jedem Achtjährigen zu doof wären. Statt störender fachlicher Dinge wird auf Klischees aus der Stummfilmzeit herumgeritten.“

3. „Paying for News? It’s Nothing New“
(nytimes.com, Jeremy W. Peters, englisch)
Beispiele von Scheckbuch-Journalismus: „When the British journalist David Frost secured his interview with Richard M. Nixon in 1976, it was because he outbid his American competitors, offering the former president a staggering sum of $600,000.“

4. „Wer im Pressehaus sitzt…“
(oldenburger-lokalteil.de)
Der Oldenburger Lokalteil hält die Aufregung der Nordwest-Zeitung, eine Produktionsfirma habe „die freie Berichterstattung durch die NWZ einschränken wollen“, für übertrieben.

5. „Redakteur und freier Schriftsteller“
(textlog.de, Kurt Tucholsky, 1922)
Das Spannungsverhältnis zwischen Redakteur und freiem Mitarbeiter beschäftigte Kurt Tucholsky 1922: „Das Angestelltenverhältnis dem Verleger gegenüber ist nicht zu leugnen, und es involviert sicherlich die Pflicht, die Interessen des Verlages nach außen hin wahrzunehmen. Das geschieht aber häufig mit einer Rücksichtslosigkeit, die jede geistige Artverwandtschaft mit dem freien Schriftsteller leugnet und ein vorhandenes Vertragsverhältnis über das Kollegialitätsgefühl triumphieren läßt.“

6. „Techno? Angekommen!“
(technoarm.de, Martin Böttcher)
Martin Böttcher fragt sich, warum es ihm vergönnt ist, in der FAZ eine ganze Seite über Moritz von Oswald zu lesen: „So, wie einst die 68er den Marsch durch die Institutionen antraten, ist auch die ‚Generation Techno‘ mittlerweile angekommen. Menschen so wie ich, die mit der Club-Kultur erwachsen geworden sind, die von ihr geprägt wurden, die wissen, was einem der Kreislauf aus Feiern, Musik, Erholen und wieder Feiern geben (und nehmen) kann, sitzen in den Redaktionen oder arbeiten als Reporter und Autoren.“