Camerons Dias

Der britische Premierminister David Cameron war in den letzten Wochen so häufig im Zusammenhang mit dem Medienunternehmer Rupert Murdoch in den Schlagzeilen, dass man fast annehmen könne, Cameron selbst mache das sprichwörtliche „Was mit Medien“.

Zumindest schreibt „Spiegel Online“ über den neuesten „Harry Potter“-Film:

Bis an die Spitze der ewigen Kinokassen-Charts ist es aber noch ein weiter Weg: Dort steht David Camerons „Avatar“ – das Fantasy-Epos brachte 2,78 Milliarden Dollar ein.

Diese Verwechslung könnte James Cameron ärgern — wenn ein milliardenschwerer Oscar-Preisträger nicht mutmaßlich besseres zu tun hätte, als sich über die Verwechslung einer deutschen Nachrichtenseite zu ärgern.

Doch diese Verwechslung ist „leider kein Einzelfall“, wie es Bob Dylan Eduard Zimmermann ausdrücken würde:

„Spiegel Online“, 23. Dezember 2009:

Zum 3D-Kino – gerade mit David Camerons „Avatar“ prominent im Kino vertreten – lässt der Berlinale-Chef aber eine eher skeptische Haltung erkennen:

„Welt Online“, 4. Januar 2010:

Die „New York Times“ bat David Cameron, der gerade die erste Dollar-Millarde an den Kinokassen weltweit für „Avatar“ feiert, um Stellungnahme.

„Bild am Sonntag“, 17. Januar 2010:

Regisseurin Kathryn Bigelow brachte das Kunststück fertig, mit ihrem Kriegsdrama „The Hurt Locker“ den Favoriten „Avatar“ zu schlagen. Und damit ihren Exmann David Cameron. Er räumte „nur“ sieben Nebenpreise ab. „Bester Regisseur“ – der Preis gehört jetzt Kathryn Bigelow.

„Berliner Kurier“, 7. März 2010:

Wird David Cameron, der schon mit „Titanic“ rekordmäßig abräumte, mit seinem neuen Film „Avatar“ den Regie-Oscar einheimsen?

„Handelsblatt“, 9. März 2010:

Ursprünglich war erwartet worden, dass der bisher erfolgreichste Film „Avatar“ bei der diesjährigen Oscar-Verleihung groß abräumt. Davon hätten auch die Filmtheater profitieren können. Denn das 3-D-Spektakel des Erfolgsregisseurs David Cameron läuft noch immer in den Kinos.

bbc.co.uk, 23. April 2010:

Director David Cameron, Avatar actress Michelle Rodriguez and Heroes star Hayden Panettiere spoke to reporters about the cause and why they thought Avatar was such a success.

ap, 19. August 2010:

David Camerons 3D-Film „Avatar“ spielte etwa 158 Millionen Euro ein.

„Hamburger Abendblatt“, 27. Januar 2011:

Kein Wunder, befindet sich die Filmindustrie zurzeit in einer „Storykrise“, was sogar absolute Topshots wie David Cameron („Avatar“) selbstkritisch anmerken.

bbc.co.uk, 1. Juli 2011:

No 3D movie since has matched the buzz generated by David Cameron’s Avatar

Mit Dank an Torben.

Nachtrag, 13.55 Uhr: Dass es auch anders herum geht, beweist die „Financial Times Deutschland“:

Mit dem Finanzminister gerät ein weiteres Mitglied der Regierung von Premier James Cameron ins Zwielicht, dessen Kabinett bereits seit Monaten in der Öffentlichkeit scharf kritisiert wird.

Mit Dank an Dan.

2. Nachtrag/Korrektur: In einer früheren Version des Artikels hatten wir den aktuellen Fehler der Nachrichtenagentur dapd zugeschrieben. Offensichtlich hat „Spiegel Online“ den Fehler aber selbst in eine Meldung eingebaut, die ansonsten auf einer dapd-Meldung beruhte.