Steinmeiers Feigenblattkritik

Heute sind sie bei „Bild“ früher aufgestanden. Frank-Walter Steinmeier, Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat, kam schon um acht Uhr früh in die „Bild“-Redaktion, um Blattkritik zu machen — die erste, die am Mittag auch bei Bild.de gezeigt wurde, wie es in Zukunft Brauch sein soll bei „Bild“.

Das war nett von dem prominenten Politiker, sich als Premierengast zur Verfügung zu stellen, ungefähr so nett wie die Worte, die er über die „Bild“-Zeitung fand, bei ein bisschen milder Kritik.

Aber vielleicht war es für ihn auch einfach mal Zeit, Danke zu sagen.

Nicht nur für das niedliche Foto von ihm heute in Berlin-Teil der „Bild“-Zeitung, das ihn mit Kindern und 99 Luftballons zeigte:

Nicht nur dafür, dass (und wie!) „Bild“ ihn schon vor zwei Jahren zum „Gewinner des Tages“ gekürt hat:

Und nicht nur dafür, wie „Bild“ ihn damals, gegen alle Wahrheit, in der Affäre Kurnaz verteidigt hat.

Sondern für… alles.

16-mal durfte sich Frank-Walter Steinmeier seit 2006 von der „Bild“-Zeitung interviewen lassen (vermutlich häufiger als jeder andere Politiker). Und immer wieder hat ihn „Bild“ dabei ins rechte Licht gerückt — natürlich ohne je jene journalistische Distanz zu ihm aufzugeben, die sie schon am 17. August 2006 eingenommen hatte:

Andere Medien über die erste öffentliche „Bild“-Blattkritik: