Kommt Zeit, kommt Rad

Gestern berichteten wir über die traurige Geschichte des kleinen Ben, dessen Kinderfahrrad laut „Bild“ von einem herzlosen Zugchef am Bahnhof Regensburg ausgesetzt worden war, und den Widerspruch der Deutschen Bahn.

Dank zahlreicher Leserhinweise können wir folgende Nachträge machen:

Es ist geradezu ausgeschlossen, dass die Mutter des Jungen „im Wiener Hauptbahnhof zwei Tickets für den ‚ICE 22‘ nach Frankfurt/Main“ gekauft hat — Wien hat nämlich (noch) gar keinen Hauptbahnhof. Der „ICE 22“, der auch in Frankfurt hält, verkehrt vom Westbahnhof.

Der gutmütige Unternehmer, der dem kleinen Ben ein neues (zweites) Fahrrad geschenkt hatte, ist – anders als wir vermutet hatten – wohl eher nicht auf die „Bild“-Berichterstattung reingefallen. Es handelt sich vielmehr um einen guten, alten Bekannten der Zeitung: Tobias Huch war in „Bild“ und bei Bild.de in den vergangenen Jahren wahlweise als „Erotik-Millionär“, „Musik-Produzent“, „Internet-Guru“, „YouPorn-Retter“, „IT-Experte“, „Deutschlands IT-Legende“, „Internet-Experte“, „Datenschützer“, „Medien-Mogul“ oder „Internet-Pionier“ in Erscheinung getreten und hatte auch die Facebook-Seite „Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg“ ins Leben gerufen.

Tobias Huch schrieb zu unserem gestrigen Eintrag bei Facebook, er glaube der Deutschen Bahn kein Wort. Auf unsere Frage, ob er sich erklären könne, warum Bild.de plötzlich seinen Nachnamen abkürzt, antwortete er:

Das weiss ich selber nicht. Vielleicht war es journalistisch nicht wichtig.

Das mag durchaus stimmen. Journalistisch wichtiger wäre es da schon gewesen, zu schreiben, dass die Deutsche Bahn erklärt hatte, dass das Fahrrad des Jungen „sichergestellt“ sei.

Mit Dank an die vielen, vielen Hinweisgeber!