Pyeongchang, Nachrichtensender, Anne Will

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Die deutschen Medien und der Sportsgeist“
(farorientalism.blogspot.com, eo)
Wie kommentieren deutsche Medien die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 nach Pyeongchang (und nicht nach München)? „Pech für die Kommentatoren, dass dieses Mal weder eine Diktatur den Zuschlag erhielt, noch ein Land, von dem zu befürchten ist, dass es in halbfertige Sportstätten lädt oder die Sicherheit der Athleten nicht gewährleisten kann. So blieb – unisono, als wären Anweisungen direkt aus Katis ZK gekommen – nur Rummosern.“

2. „Schweizer Währungswucher am Kiosk – Deutsche Verlage zocken Schweizer Konsumenten ab“
(blog.huwi.ch, Michael Huwiler)
2007 kostete ein Euro 1,65 Franken, inzwischen nur noch 1,20 Franken. Michael Huwiler fragt nach, warum die Preise deutscher Zeitschriften in der Schweiz unverändert hoch sind.

3. „Zur Lage des Nachrichtenjournalismus“
(bouhs.tumblr.com, Daniel Bouhs)
In einem „Impulsreferat“ fragt Daniel Bouhs, warum die Öffentlich-Rechtlichen keinen 24-Stunden-Nachrichtensender liefern. Und warum sich ihre Auslandkorrespondenten „erst in ihren Büros und dann sogar in Privaträumen“ verstecken. „Immerhin war es Antonia Rados, die den Sturz Mubaraks auf dem Tahir-Platz in Kairo zwischen der jubelnden Menschenmenge live an das heimische Publikum vermeldete – während Jörg Armbruster in der ‚Tagesschau‘ lediglich von seinem Balkon herab auf die Straßen blickte.“

4. „Es war fast immer wie immer“
(faz.net, Stefan Niggemeier)
„Es war wie immer“, lautet die Bilanz von Stefan Niggemeier nach vier Jahren „Anne Will“ im Sonntagabendprogramm der ARD. „Man kann sich die Sendung angucken wie einen Filmklassiker, den man sich immer wieder anschaut. Es ist eine Konstante mit beruhigender Wirkung. Sie rüttelt nicht auf, sondern sediert. Was auch passiert in der Welt, es werden sich Menschen finden, die dafür oder dagegen sind und sich bei ‚Anne Will‘ gegenseitig vorwerfen, nicht ausreden zu dürfen, obwohl sie die anderen gerade haben ausreden lassen.“

5. „W wie wunderbar“
(welt.de, Marc Reichwein)
„Mit welchen Vokabeln rühmt man, wenn die Argumentation aufhört? (…) Wie klingt es, wenn Kritiker rhetorisch den ‚Like-Button‘ drücken?“

6. „Zwölf hoffentlich finale Thesen zur Zukunft des Journalismus“
(wolfgangmichal.de)