Klitschko, Kurkova und das geflunkerte Funkeln

Man muss dazusagen: Sonderlich transparent ist die Formulierung nicht, mit der die aktuelle Ausgabe des Magazins „Vanity Fair“ die Situation beschreibt, in der ein Doppelinterview mit Wladimir Klitschko und Karolina Kurkova entstanden ist. „Vanity Fair“ hatte die beiden für ein Fotoshooting engagiert und schreibt:

"Klitschko flog zu den gemeinsamen Fotoaufnahmen nach New York. Zwei Wochen danach haben wir sie getrennt in ihren Ecken befragt."

Doch nachdem das Doppelinterview kürzlich bereits für Bild.de ein Thema war (wir berichteten), berichtet heute auch die gedruckte „Bild“-Zeitung (siehe Ausriss).

Genauer gesagt, nimmt „Bild“ die gestellten „Vanity Fair“-Fotos zum Anlass, Klitschko (vielleicht zu Recht, vielleicht auch nicht) zu unterstellen, er sei in Kurkova „verknallt“ – und das „K.O. durch Liebe?“ endet mit den vielsagenden Worten:

Wie ihre Lebensphilosophie lautet, wurde Kurkova mal* gefragt. Ihre Antwort: "Alles ist möglich." Als sie das sagte, saß Klitschko daneben. Seine Augen funkelten...

Offenbar jedoch gilt Kurkovas Lebensphilosophie auch für „Bild“-Reporter Thomas Dierenga. Denn als Kurkova ihr „Alles ist möglich“ sagte, saß Klitschko in Wirklichkeit ungefähr 6000 Kilometer „daneben“: Nach unseren Informationen ist die „Vanity Fair“-Formulierung, man habe die beiden „getrennt (…) befragt“, nämlich durchaus wörtlich zu verstehen (sie in New York, er in Hamburg).

Aber bestimmt fantasiert sich „Bild“-Mann Dierenga nur dann was zurecht, wenn es – wie hier – im Grunde schnurz ist, ob’s stimmt.