Bild.de-Leser fordern, was Bild.de fordert

Der Vergleich hinkt, aber stellen Sie sich vor, es ist Bundestagswahl —
und der Wahlzettel sähe ungefähr so aus:

Entscheidungshilfe:

Deutschlands schnellste Meinung; democracy„Gratis in der 1. Klasse war Ver.di-Chef Frank Bsirske Anfang Juli mit seiner Frau in den Südsee-Urlaub geflogen.
Und das ausgerechnet mit der Fluglinie, die seine Gewerkschaft massiv bestreikte. Während die Ver.di-Mitglieder für höhere Löhne kämpften, nutzte Bsirske als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Lufthansa Gratis-Flüge des Unternehmens.
Politiker sind empört. (…)“

Denn als Bild.de am Samstag die „Bild“-Kampagne gegen Ver.di-Chef Frank Bsirske mit einem Bericht über die „Riesen-Wut über Gratis-Flug“ fortsetzte (siehe Kasten), fand sich am Ende folgende Abstimmung:

Gratis 1. Klasse in die Südsee – muss Gewerkschaftsboss Bsirske zurücktreten?

  • Ja, das ist eine Frechheit
  • Nein, an dem Urlaubsflug ist nichts zu beanstanden

Und Sie kommen nicht drauf, wie die Bild.de-Leser (die sich nicht zu doof für sowas sind) abgestimmt haben! Brauchen Sie aber auch gar nicht. Bild.de fand das in keiner Weise repräsentative Resultat der 15.921 Stimmabgaben selbst bemerkenswert genug, um es als eigene Nachricht zu verbreiten:

"BILD.de-Leser fordern: Bsirske muss zurücktreten"
Unverständnis in Deutschland! Bei BILD.de forderten 83 Prozent der Leser Bsirskes Rücktritt. Nur 17 Prozent fanden in unserer Abstimmung, dass es an dem Gratis-Flug nichts zu beanstanden gebe.

Mehr über die politischen Hintergründe der „Bild“-Kampagne bei der „taz“ und in einem NDRinfo-Kommentar.