Spiegel Online, Blödmaschinen, Griechen

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Spiel, Spaß, Spannung, ‚Spiegel Online'“
(stefan-niggemeier.de)
„Spiegel Online“ wünscht sich von den Ereignissen, dass sie spannend sind. „Vielleicht hätten sie beim ZDF, sobald sie ahnten, dass die Intendanten-Wahl so glatt über die Bühne gehen würde, wenigstens das Fernsehballett einladen können oder gefährliche Tiere oder Lady Gaga, und zwar am besten ohne Anlass, damit ‚Spiegel Online‘ aufgeregt ‚Überraschung bei der Intendantenwahl‘ titeln könnte.“

2. „Ihr könnt nach Hause fahr’n“
(11freunde.de, Dominik Drutschmann)
Auf Antrag werden die anwesenden Journalisten von der Jahreshauptversammlung des Fußballvereins Schalke 04 ausgeschlossen. Bleiben darf nur, wer Mitglied des Vereins ist.

3. „Print Bam Bino für die Kunden von morgen“
(welt.de, Marc Reichwein)
Mit Titeln wie „Dein Spiegel“, „Geolino“ oder „mare Ahoi“ betreiben Printverlage eine Aktivinvestition in die Lese-Sozialisiation von Kindern. „Wer eine ganze Kindheit & Jugend weitgehend printmedienabstinent war, wird sich den regelmäßigen Konsum von Zeitungen und Zeitschriften wohl auch als Erwachsener kaum noch angewöhnen.“

4. „Der letzte Dreck“
(dradio.de, Ariadne von Schirach)
Ariadne von Schirach entdeckt in den 780 Seiten von „Blödmaschinen. Die Fabrikation der Stupidität“ von Markus Metz und Georg Seeßlen „brillante Analyse, polemische Anklage und undifferenziertes Geraune“. „Die obszöne Totalität einer blödmaschinenenvermittelten Wirklichkeit führt bei Metz und Seeßlen zu einem ebenfalls obszönen Exzess an Kritik.“

5. „Jon Stewart Eviscerates Fox News On Fox News“
(gothamist.com, Video, 24:11 Minuten, englisch)
Jon Stewart zu Besuch bei Chris Wallace von „Fox News Sunday“. Sie sprechen über das Fox-News-Motto „Fair & Balanced“, über die Agenda von Medien, über die Aufmerksamkeit im Fall Anthony Weiner.

6. „Das griechische Volk ist unschuldig“
(zeit.de, Zacharias Zacharakis)
Griechenland: Zacharias Zacharakis stellt fest, dass nicht die einfachen Leute, sondern die Elite für die Schuldenkrise verantwortlich ist. „Die Griechen fühlen sich betrogen von den Eliten des Landes, die am stärksten von dem weitverbreiteten System der Korruption profitiert haben. Ganz am Ende dieser Nahrungskette standen immer die einfachen Leute, die für Arztbesuche, für Behördengänge, dafür, dass ihre Angelegenheiten überhaupt erledigt wurden, in das korrupte System einzahlen mussten, auch wenn es sich oft um geringe Beträge handelte. Profitiert haben davon Beamte, Ärzte, Notare, Anwälte, die dieses Geld nahmen und davon Ferienhäuser und Autos kauften.“