Kein Karrierehindernis

Weil das Geiseldrama von Gladbeck in ein paar Wochen 20-jähriges Jubiläum feiert, gibt es seit gestern eine „neue große BILD-Serie“ dazu. In Teil 1 der „neuen, großen Exklusiv-Serie“ ging es u.a. auch um das damalige „Medien-Versagen“ und „die skrupellosen Gangster, die die Medien benutzten“ – also laut „Bild“-Zeitung „ARD, ZDF und die noch jungen Privatsender“ sowie „der damalige ‚Express‘-Redakteur Udo Röbel“ (der zu den Geiselnehmern ins Fluchtauto gestiegen war und sie aus der Kölner Innenstadt gelotst hatte).

„Bild“ schreibt dazu:
Die Deutsche Journalisten Unioun kritisierte die Berichte als "abenteuerlich, makaber und wenig mit den ethischen Grundsätzen des Journalismus vereinbar". Der "Deutsche Presserat" stellte fest: "Es hat Journalisten gegeben, die die Grenzen ihres gesellschaftlichen Auftrags überschritten haben."
Und es hat, wie wir hinzufügen möchten, Medien gegeben, die solche Journalisten wenige Monate nach ihrer Grenzüberschreitung abwarben: Udo Röbel wechselte 1989 vom „Express“ als stellvertretender Chefredakteur zur „Bild am Sonntag“ – und wurde ein paar Jahre später „Bild“-Chefredakteur.