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Lena von der Lippe

Lena (fast) allein zu haus.Seit Lena Meyer-Landrut ihre Deutschland-Tour begonnen hat, bemühen sich Journalisten, vor allem aber auch „Bild“, diese Tour als riesigen Flop zu beschreiben. „Nur 6000 Fans“ waren zum Tourauftakt in die Berliner O2 World gekommen, die bis zu 17.000 Zuschauern Platz bieten könnte. Als Kylie Minogue die gleiche Halle mit 8.000 Fans ebenfalls nicht füllte, war das „Bild“ allerdings keine kritische Zeile wert.

Vergangenen Dienstag hatten „nur 5500 Fans“ den Weg in die Dortmunder Westfalenhalle 1 gefunden, was die Ruhrgebietsausgabe von „Bild“ zu der gewagten Formulierung verleitete, es seien wie schon bei ihren vorherigen Konzerten „kaum Besucher“ gekommen.

Doch nicht nur das:

In Dortmund sang Lena Lieder aus ihren beiden Alben "My Cassette Recorder" und "Good News". Und einige Fans staunten: Wollte sie ihre Stimme für die Titelverteidigung in Düsseldorf schonen oder warum sang sie Playback? Manche ihrer Lippenbewegungen passten einfach nicht zum Text!

Der harmlosere Fehler: Lenas Debütalbum hieß „My Cassette Player“. Der schwerwiegendere: Die Behauptung, Lena habe Playback gesungen, ist falsch, wie uns Lenas Management auf Anfrage bestätigte. „Lena singt natürlich live!“

Lena Meyer-Landrut hat „Bild“ deshalb abgemahnt. Ihr Anwalt Heiko Klatt begründete diesen Schritt uns gegenüber damit, dass die in „Bild“ verbreiteten Behauptungen inhaltlich nicht den Tatsachen entsprächen, da Lena „selbstverständlich“ live und nicht Playback singe. Bis heute 18 Uhr hatten „Bild“ und Bild.de Zeit, die Verbreitung dieser falschen Behauptungen zu unterlassen — bei Bild.de ist der Artikel inzwischen offline.

PS: Nur wenige Minuten, nachdem die Anwaltskanzlei am vergangenen Donnerstag die Abmahnung von Brainpool verschickt hatte, tauchte bei Bild.de auf der Startseite dieser Teaser auf:

Bushido: Raab hat mich wie einen "Kanaken" behandelt

Stefan Raab ist Gesellschafter bei Brainpool und Lenas Mentor. Die Überschrift des Artikels über Bushido hatte zunächst „Ich polarisiere nicht mehr, weil ich nicht mehr will“ gelautet.

Mit Dank auch an Anonymous und Janine K.