Sushi, Chanel, Jean Ziegler

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „‚Bild‘ – Studie der Otto Brenner Stiftung“
(bild-studie.de)
Die „Bild“-Studie von Wolfgang Storz und Hans-Jürgen Arlt ist online. Mit dabei ein Interview mit Günter Wallraff über „Bild“ (auch auf nachdenkseiten.de): „Die eigentliche Macht, die ‚Bild‘ hat, die ist heute mehr denn je geliehene Macht. Sie liegt in dem Glauben der anderen, vor allem auch der Journalisten und Politiker, ‚Bild‘ sei derart mächtig. Das hat man früher gelernt und nie wieder überprüft, sondern das tragen alle einfach unüberprüft weiter.“

2. „Explosive Bilder“
(nzz.ch, Andres Wysling)
Andres Wysling prüft die Frage nach der Echtheit von Kriegsbildern: „Schwierig zu beurteilen ist auch, ob ein Bild gestellt ist oder spontan entstanden ist. Oft erkennt man gestellte Aufnahmen an der befangenen Körperhaltung oder am ‚eingefrorenen‘ Gesichtsausdruck.“

3. „Japan und die Medien“
(journalist.de, Simon Feldmer)
„Atomfachmann“ Mycle Schneider stellt fest, „dass sich Medien in eine Abhängigkeit von Experten begeben haben, die ihnen erklären, was da eigentlich passiert.“ – „Ich finde es immer erstaunlich, was ich alles gefragt werde. Deutsche Journalisten wollten schon in der ersten Woche nach dem Beben wissen, ob man jetzt noch gefrorenes Sushi essen kann. Als ob es zu diesem Zeitpunkt keine dringenderen Probleme gegeben hätte.“

4. „Fatale Nähe: Jean Ziegler und Oberst Gaddafi“
(perlentaucher.de, Thierry Chervel)
Der Gaddafi-Preis für Menschenrechte, Jean Ziegler und die Medien: „Dass der beliebte Globalisierungkritiker Jean Ziegler dem Oberst Gaddafi nahegestanden hat, will man in der SZ, ja sogar der FAZ und bei Welt-Online offenbar lieber nicht hören.“

5. „Linklisten waren gestern, kuratieren ist die Zukunft“
(onlinejournalismus.de, Bernd Oswald)
„Eine immer wichtiger werdende Aufgabe der Journalisten wird in Zukunft sein, die Perlen herauszufischen und ansprechend aufzubereiten. So stark wie nie zuvor wird unser Berufsstand als Navigator gefragt sein.“

6. „J’adore Chanel“
(klatschkritik.blog.de, Antje Tiefenthal)
Die Marke Chanel im redaktionellen und werblichen Teil von Frauenzeitschriften.