Bild, Ratlosigkeit, Schulenglisch

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „BILD-Zeitung, meinungsmächtig“
(ardmediathek.de, Audio, 15:17 Minuten)
Die Sendung „Wissenswert“ auf hr2 blickt zurück auf die Geschichte der „Bild“-Zeitung. „Im internationalen Vergleich ist Bild ein untypischer Fall, weil sie sehr politisch und auf Wirtschaft bezogen ist. Boulevardzeitungen in Lateinamerika beispielsweise legen den Schwerpunkt viel stärker auf blutige Kriminalitätsthemen.“

2. „Bild dir deine Kohle“
(sueddeutsche.de, Hans Leyendecker)
Hans Leyendecker stellt eine diese Woche erscheinende Studie zu „Bild“ vor: „Die auf den ersten Blick kühne These, dass Bild vor allem eine brummende Verkaufsmaschine mit dazugehörigem Event-Marketing und irgendwo auch noch eine Zeitung sei, ist zumindest originell. Nicht das permanente Jammern über angeblich fehlende Moral bei den Blattmachern, nicht der ständige Verweis auf tatsächliche Schweinigeleien, sondern die schlichte Antwort: Bild ist vor allem ein Geschäftsmodell.“

3. „Die ‚BILD‘ ist gar keine Zeitung – aber was dann?“
(detektor.fm, Audio, 8:46 Minuten)
Ein Gespräch mit einem der Machern der Studie, Hans-Jürgen Arlt.

4. „Partei oder Kaufhaus: Was Bild alles sein soll“
(meedia.de, Stefan Winterbauer)
Für Stefan Winterbauer greift es zu kurz, „die Bild-Kritik auf die Formel zu verkürzen, dass Bild kritikwürdig sei, weil die Zeitung wirtschaftlich erfolgreich ist. Das wirkt ein bisschen wie Alt-Linke Pauschal-Haue, nach der nur das Nicht-Kommerzielle und Spaßbefreite auch das Wahre, Gute und Schöne ist.“

5. „Der Anfang ist am schlimmsten“
(nzz.ch, Rainer Stadler)
Rainer Stadler bewertet die Aufbereitung der Ereignisse in Japan. „Die atemlosen News und Analysen der vergangenen Wochen erzeugten ein verwirrendes Gefühl der aufgeklärten Ratlosigkeit. Medien, welche die Sachlage intelligent wiederaufbereiten, dürften weiterhin dankbare Abnehmer finden. Ob die Information gedruckt oder elektronisch erscheint, ist eine zweitrangige Frage.“

6. „Sorry?“
(freitag.de, Verena Reygers)
Verena Reygers erzählt von ihren Erfahrungen im Musikjournalismus. „Auf der einen Seite die im breitesten Slang nuschelnden Musiker, auf der anderen Seite ein wenig ausgeschlafener und gerade mal des Schulenglisch fähiger Journalist.“