Sportfotografen, Hochjazzen, Apple

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Arbeitsplatz: Seitenlinie“
(dradio.de, Frank Ulbricht)
Frank Ulbricht begleitet Sportfotograf Alex Simoes an ein Spiel von Borussia Dortmund, spricht mit Fußballern und fragt langjährige Fotografen, wie sich die Sportfotografie verändert hat. „Zwar sind Zweikämpfe als Motiv noch immer gefragt, doch der Fotograf weiß genau: Bilder mit großen Gesten kommen gut an und verkaufen sich besser.“ (MP3-Datei, 28:43 Minuten / Manuskript).

2. „An Schlagzeilen erstickt“
(sueddeutsche.de, Bernd Graff)
Das Atomunglück in Japan: Bernd Graff stellt fest, dass die Aufmerksamkeit für Meldungen „von nicht mehr abzustreitender, nicht mehr zu überbietender Eindringlichkeit“ irgendwann nachlässt. Als Medienbeschäftigter sei man „nach Wochen der Zuspitzung und des – ja auch – Hochjazzens von Katastrophenbedeutung in ein Ausdrucksdilemma geraten. Was soll man denn jetzt noch sagen?“

3. „Apple und der Journalismus“
(journalist.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz beschreibt die Beziehung von Journalisten zu Apple: „Während andere Pressemitteilungen zuhauf verschicken müssen, genügt im Fall Apple der Eintrag eines Bloggers in Neufundland, er habe ungesicherte Informationen darüber, dass demnächst das iPhone Nano herauskomme. Für eine größere Geschichte in einem Onlineangebot reicht das allemal.“

4. „Gutenberg für alle“
(freitag.de, Alan Rusbridger)
„Guardian“-Chefredakteur Alan Rusbridger hält das Netz für eine große Chance für den Journalismus. „Sicher ist vieles belanglos. Wenn man aber glaubt, der Kurzmitteilungsdienst Twitter habe nichts mit dem Nachrichtengeschäft zu tun, liegt man so falsch wie nur irgend möglich.“

5. „Einfacher Einfluss auf Artikel überrascht“
(meedia.de, Alexander Becker)
Sebastian Heiser spricht über seine Schleichwerbe-Recherche: „Insgesamt war es vielleicht netto ein Monat Arbeitszeit, aber nicht am Stück, sondern gestreckt über einen längeren Zeitraum.“

6. „Unregelmäßiger Sex kann tödlich sein!“
(medien-doktor.de)
Medien-doktor.de analysiert einen Gesundheitsartikel von Bild.de: „Wir haben Verständnis dafür, dass der Text das Risiko durch Sex aus publizistischen Gründen in den Mittelpunkt stellt (Titel: Unregelmäßiger Sex kann tödlich sein!), halten dies in diesem Fall aber für unangebracht, angesichts des tatsächlich verschwindend geringen Risikos. Unpassend ist zudem das begleitende Foto, auf dem ein junges Paar beim Sex gezeigt wird, obwohl das Durchschnittsalter der untersuchten Personen um die 60 Jahre war.“