Teamwork

„Wer sein Privatleben privat lebt, bleibt privat.“
(Kai Diekmann, „Bild“-Chefredakteur und
Herausgeber von „Bild“ und „Bild am Sonntag“)

Gestern machte die „Bild“-Zeitung ja öffentlich, dass F., Kandidat der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“, schwul und „mit einem Mann verheiratet“ sei:

"Superstar F. verheiratet mit einem Mann"

Heute berichtet die „Bild am Sonntag“ über die Folgen des Outings:

"Nach Homo-Outing: F. - Jetzt muss er um sein Leben bangen"

Und obwohl die „BamS“ heute noch einmal referiert, was dafür verantwortlich ist, dass der Sänger „um sein Leben bangen“ müsse*, verschweigt die „BamS“, wer dafür verantwortlich ist – und schreibt stattdessen nur:

Am Samstag wurde bekannt (…)

*) Die „BamS“ lässt übrigens keinen Zweifel daran, dass „Bild“ den gebürtigen Libanesen ohne sein Einverständnis geoutet hat: „Gestern Nachmittag verweigerte F. jedes Gespräch über sein Schwulen-Outing. Einziges Statement: ‚Diese Geschichte interessiert mich nicht. (…)'“ Aber dass das „Bild“-Outing für F. lebensgefährlich sein könnte, hätte laut „Bild am Sonntag“ auch „Bild“ wissen können: „(…) im Gespräch mit BILD am SONNTAG hatte F. seine Angst vor Racheakten geäußert, falls radikale Libanesen von seiner Homosexualität erfahren sollten.“

Hinweis, 14.4.2008: Während „Bild“ heute abermals detailliert über das Privatleben des Sängers berichtet, haben wir uns nachträglich entschieden, seinen Namen unkenntlich zu machen und die Links zu den „Bild“-Artikeln zu entfernen.