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„Bild“ bringt Baby in Gefahr

Die Berliner Ausgabe von „Bild“ ist entsetzt:

Mit Baby zur Randale-Demo: Wie kann eine Mutter ihr Kind so in Gefahr bringen?

Anne Pauly und Victor Reichardt, Experten für die Erstellung von Horror-Szenarien, beschreiben eindringlich, was sich da ihrer Ansicht nach in Friedrichshain abgespielt hat:

Die junge Mutter in einem Pulk von Demonstranten, die den Eingang des besetzten Ladens blockieren. Ihr Baby hat sie vor sich geschnallt. In ihrer Hand hält sie ein Protest-Schild. Wenig später gehen Chaoten brutal auf Polizisten los…

MIT BABY ZUR RANDALE-DEMO! (…)

Als die Chaoten den Eingang blockierten, gingen die Beamten gegen sie vor, trugen sie weg. Einige wehrten sich. Gleichzeitig versuchten 60 Linksextreme, die Polizisten zu überrennen. Sie gingen mit Schlägen und Tritten auf die Beamten los.

Und die Mutter mit Baby war mittendrin! Wie kann man sein Kind nur so in Gefahr bringen?

Etwas anders stellt sich die Situation beim „Tagesspiegel“ dar, der von „friedlichem Protest“ spricht und mit seinem Foto auch ein etwas anderes, „fast entspanntes“, Bild zeigt:

Friedlicher Protest: Tausend Luftballons für den Gerichtsvollzieher. Sitzblockade. Die Stimmung in der Scharnweberstraße wirkte fast entspannt. Foto: dpa - Foto: dpa

Sogar die Pressestelle der Berliner Polizei erweckt nicht den Eindruck, als seien die Beamten jüngst von einer „Randale-Demo“ zurückgekehrt: sie bezeichnet den Einsatz als „weitgehend problemlos“.

Auch die Szene mit den „60 Linksextremen“ liest sich bei der Polizei – anders als bei „Bild“ – nicht so, als sei das Kind am Kundgebungsort in unmittelbarer Gefahr gewesen:

Eine angemeldete Kundgebung an der Colbe- Ecke Scharnweberstraße verlief bis 10 Uhr 15 ohne Zwischenfälle. Erst als etwa 30 Personen mit Luftballons in den Händen aus einem Hauseingang in der Nähe in die Richtung des von der Räumung betroffenen Hauses zogen, liefen zeitgleich etwa 60 Personen ohne Absprache vom Kundgebungsort los. Die Menge versuchte, Polizeibeamte einer Einsatzhundertschaft zu überrennen, wobei es vereinzelt zu Tritten und Schlägen gegen die absperrenden Polizisten kam, die in der Folge auch Pfefferspray einsetzten. Einzelne Angreifer konnten festgenommen werden, zwei Beamte wurden leicht verletzt.

Mit Dank an Benjamin S. und Dani E.