Bild, Spiegel, Kommentare

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Der Preis der Kooperation“
(freitag.de, Gerhard Henschel)
Gerhard Henschel schreibt über den Brief von Judith Holofernes: „Dagegen ist inzwischen der recht klägliche Einwand erhoben worden, dass Judith Holofernes sich nur wichtigmachen wolle. Aber weshalb gibt es dann nicht ein paar Prominente mehr in Deutschland, die den Mut zu solcher Wichtigmacherei besitzen?“

2. „SPIEGEL: Im Zweifel unrecherchiert“
(bild.de, Nicolaus Fest)
Nicolaus Fest wehrt sich gegen die „Spiegel“-Kritik an der „Bild“-Geschichte über den Selbstmord einer 16-jährigen. Er wirft der Zeitschrift mangelnde Recherche und „ungeprüfte Parteilichkeit“ vor.

3. „Die Medien-Obsession mit der BILD-Zeitung“
(visdp.de, Sebastian Esser)
Sebastian Esser sieht die Macht von „Bild“ im Einfluss auf andere Journalisten: „Seinen größten Einfluss übt BILD nicht bei seinen Lesern aus, sondern in den unzähligen Morgenkonferenzen, wo sich gestandene Blattmacher aus Bequemlichkeit von großen Buchstaben die Agenda diktieren lassen; wo Fernsehsender BILD das ‚Drehbuch‘ nennen, nach dem sie die Abendnachrichten abfilmen; wo Journalisten glauben, die Boulevardzeitung wüsste besser, was die Leute denken.“

4. „Netz der Selbstkontrolle“
(freitag.de, Jimmy Wales)
Für Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales zeigen Projekte wie GuttenPlag und Churnalism, „dass das Netz sehr wohl in der Lage ist, seine eigenen Auswüchse zu korrigieren“.

5. „Aller Anfang des Neuen ist der Schrecken“
(nachtkritik.de, Nikolaus Merck)
In einem Vortrag macht sich Nikolaus Merck, Mitgründer der Theaterkritik-Plattform nachtkritik.de, Gedanken über Kommentare. „Wir haben Fehler gemacht, wir haben Kommentare ins Netz gestellt, die wir heute nicht einmal mehr mit der Kneifzange anfassen würden. Aber – wir haben unsere Praxis unter heftigen Diskussionen sukzessive verändert. (…) Wenn Verballhornung, Verhöhnung, Verächtlichmachung wichtige und vielgenutzte Mittel der Kritik an politischen Persönlichkeiten sind – warum sollte das nicht auch für andere Leute gelten? … Wieso nimmt der Befindlichkeitsbürger für sich in Anspruch, Politiker straffrei als Idioten bezeichnen zu können, aber strengt eine Beleidigungsklage an, wenn man ihn so nennt?“

6. „Plakatierte Plagiate: ‚Guttenbergs Ghostwriter: Ich schrieb sie in einer Nacht'“
(mucbook.de, Marco Eisenack)
„Mitglieder einer NGO haben in den frühen Morgenstunden etwa 50 Zeitungsständer in München mit verschiedenen Schlagzeilen-Plagiaten plakatiert.“