B.Z., Pädophilie, Scrollen

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Offener Brief an die Sportredaktion der BZ“
(fc-union-berlin.de, Dirk Zingler)
Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin, schreibt einen offenen Brief an die Sportredaktion der „B.Z.“: „Die von Ihnen verfasste Überschrift ‚Hertha freut sich auf Unions Torwart-Trottel‘ lässt jeglichen Respekt vor der Würde anderer Menschen vermissen und ist für uns absolut inakzeptabel.“

2. „Wir sind nicht dabei gewesen“
(faz.net, Jochen Hieber)
Jochen Hieber hätte „die erste öffentliche Rede des ägyptischen Noch-Präsidenten seit dem Beginn der Demonstrationen“ gerne live und simultan übersetzt im ZDF gesehen. „Mitreißendes, Ungeheuerliches passiert in der Welt, die jetzt Ägypten heißt – auch Kleber sprach von ‚einem Tag, der in den Geschichtsbüchern sein wird‘ –, und man antwortet darauf mit dem pflichtgemäßen Füllen der normalen Nachrichten-Formate.“

3. „Scheiße man, die Zeitung stirbt!“
(contemporaryculture.de, Nils Meinzer)
Für Nils Meinzer mündet die Forderung der Verlage nach einem Leistungsschutzrecht in einem Zwei-Klassen-Internet: „Man müsste also eine Art ‚zweites Internet‘ erfinden, für das man Lizenzen erwerben könnte. Dann bräuchte man noch einen juristisch-polizeilichen Überwachungsapparat, der aufpasst, dass das ‚unterprivilegierte Internet‘ die Inhalte vom ‚upperclass Internet‘ nicht stiehlt. Das Unterklasse-Internet dürfte nichteinmal – und hier kommen wir zu einer weiteren Forderung des Leistungstralalas – auf das Oberklasse-Internet hinweisen. Zumindest dürfen dabei keine Worte verwendet werden, die auch im Oberklasse-Internet Verwendung finden – es sei denn, man zahlt eine Hinweisgebühr.“

4. „Wie auch die taz früher Pädophilie bagatellisierte“
(blogs.taz.de/hausblog, Jan Feddersen)
Im Hausblog beschäftigt sich Jan Feddersen mit der historischen Rolle der „taz“ bezüglich den Forderungen nach „Straffreiheit für Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern“.

5. „Niemand scrollt auf Webseiten“
(mademyday.de, Marc Hinse)
Marc Hinse verteidigt das Scrollen: „97% der Nutzer haben ein Mausrad (eigene Erhebung), auch auf Trackpads der modernen Laptops lässt es sich schneller scrollen als mühsam irgendwelche Paging-Links anzuklicken. Also lieber mal eine lange Seite, als Inhalte auf mehreren Seiten zu verteilen.“

6. „Über Skandale und den Untergang der Welt“
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein kann sich nicht mehr aufregen: „Man wird nicht nur durch die vielen E-Mails überfordert, auch durch die dauernden Skandale. Es ist Burn-out. Man hat nicht genug Empathie für alles Erregende, über das man pausenlos informiert wird, man hat nicht genug Energie für alles Empörenswerte.“