Mitfahrzentralenjournalismus

Huub Stevens ist derzeit und noch etwa sechs Monate Trainer des Fußballbundesligisten Hamburger SV. Im Sommer wird er aus privaten Gründen den Verein verlassen. Folgerichtig sucht der HSV einen neuen Chefcoach. Aber welche Rolle spielt Stevens dabei? Die Hamburg-Ausgabe der „Bild“ meinte am Montag:

"Stevens hilft bei Trainersuche"
Kein Wunder, dass nach dem Test in Aachen (2:1) Stevens und Sportchef Dietmar Beiersdorfer in den Wagen sprangen, auf „Trainer-Tour“ in die Niederlande fuhren.

Gestern war sich dagegen das „Hamburger Abendblatt“ sicher:

"Trainer Huub Stevens über seinen Nachfolger: Ich suche nicht mit"

Im Artikel wird Stevens dann recht deutlich (siehe auch Kasten):

Fahrgemeinschaft
 
„Schmunzeln musste Stevens dagegen über Vermutungen, dass er dem HSV bei der Suche nach seinem Nachfolger helfen und bereits intensiv involviert sein soll. Tatsächlich nahm Stevens am Freitagabend auf dem Weg in seiner [sic] Heimat Sportchef Dietmar Beiersdorfer ein Stück mit dem Auto mit, bevor sich dieser zu einem Treffen verabschiedete — ohne Stevens.“
(Quelle: „Abendblatt“)

Ich bin bei der Trainerfrage weder einbezogen worden noch nach meiner Meinung gefragt worden und habe auch keine Tipps gegeben.

Laut „Abendblatt“ ging es bei Beiersdorfers Reise „offenbar ausschließlich um das Sichten von Spielern“. Aber Stevens Version ist ohnehin plausibler, denn kein Trainer wird sich die Blöße geben, seinen eigenen Nachfolger zu bestimmen. Dann könnte er nämlich gleich zurücktreten und dem Neuen das Feld auf der Stelle überlassen, so groß wäre der Autoritätsverlust — oder, wie man es heute beim HSV auf unsere Nachfrage hin formulierte:

Stevens würde ja wohl der Teufel reiten, wenn er nach dem neuen Chefcoach suchen würde.

Mit Dank an Lennart F. für Hinweis und Scans.