Einvernehmlich falsch

Wenn die „Bild“-Zeitung mal lustig sein will, schreibt sie „Danke Anke“ über ein paar Zeilen zur letzten „Anke Late Night“ heute Abend, stellt der „deprimierend langweiligen (…) A. E.“ (F.J.W.) im Namen von Sat 1 ein „Zeugnis“ aus und schreibt daneben:

„Schade, schade! Heute moderiert Anke Engelke zum letzten Mal ihre Late-Night-Show. Dieses Zeugnis soll die Moderatorin trösten.“

„Dieses Zeugnis“ ist dann natürlich alles andere als tröstend, sondern im Zeugnisdeutsch eine ziemlich negative Bewertung für die „Comedy-Queen“ („Sie war immer bemüht…“, „…neuen Situationen im wesentlichen gewachsen…“, „Frau Engelke hat versucht…“).

Zum Schluss steht da:

Frau Engelke und Sat 1 trennen sich in gegenseitigen [sic] Einvernehmen. Für ihren weiteren beruflichen Weg wünschen wir ihr alles Gute.“

Stimmt bloß nicht. Anke Engelke und Sat 1 trennen sich natürlich nicht in gegenseitigem Einvernehmen. Sie trennen sich gar nicht.

„Anke Engelke (…) und Sat.1 arbeiten weiter eng zusammen„, lautete der zweite Satz der Sat.1-Pressemitteilung von vor zwei Wochen, als der Sender das Ende der Show bekannt gab.

Abgesehen davon stimmt auch nicht (mehr), dass „zuletzt (…) nur noch 700 000 Zuschauer eingeschaltet“ hatten.

Vermutlich ist es „Bild“-Redakteuren einfach verboten, witzig gemeinte Beiträge mit unnötigen Recherchen zu versauen. Selbst, wenn das nur zwei Minuten gedauert hätte.