Kehraus 2007

… und wieder ist es an der Zeit, schnell noch ein wenig Gerümpel wegzuräumen, das vom letzten Jahr liegengeblieben ist.

  • Diese seltsamen „Tops und Flops eines spektakulären Kino-Jahres 2007“ etwa:

    "Der goldene Kompass" floppte in den USA, weil er am ersten Wochenende nur 26 Mio. US-Dollar einspielte. Gekostet hat die Romanverfilmung mit Nicole Kidman 180 Millionen Dollar – ein Verlustgeschäft von 154 Millionen

    So geht das da in einer Tour, ohne dass der Bild.de-Flopexperte bemerkt hätte, dass Kinofilme ihre kompletten Produktionskosten gemeinhin nicht nur nicht nur in den USA, sondern auch nicht gleich „am ersten Wochenende“ einspielen. („Der goldene Kompass“ beispielsweise hat bislang immerhin 150 Millionen US-Dollar eingespielt, „Evan Allmächtig“ immerhin 173 Millionen und „Die Legende von Beowulf“ knapp 181 Millionen). Und nein, „Mr. Bean macht Ferien“ ist nicht „in Deutschland der erfolgreichste Film 2007″…

  • Apropos „Tops und Flops“: Nicht so ganz nachzuvollziehen ist auch, dass die Sängerin Amy Winehouse für Bild.de sowohl zu den „Gewinnern 2007“ („Immerhin: Amy hat den Vorsatz getroffen, ihr Leben endlich in den Griff zu kriegen…“) als auch zu den „Verlierern 2007“ („Eigentlich läuft bei Amy Winehouse alles perfekt: … Wären da nicht die Drogen, die die Sängerin fest im Griff haben…“) zählt.
  • Und dass die „Bild“-Zeitung sich nicht mit Harry Potter auskennt, ist uns zwar hinlänglich bekannt, hält sie aber nicht davon ab, ihr Nicht-Wissen bei sich bietender Gelegenheit erneut unter Beweis zu stellen. Oder wie sonst ist die Verwunderung zu erklären, mit der „Bild“ am Montag schrieb:


    Nachzulesen ist das nämlich alles bereits am Ende des im Juli erschienenen siebten „Harry Potter“-Bandes ab Seite 601 (engl. Ausgabe) bzw. Seite 759 (dt. Ausgabe).

Mit Dank an Hannes M., Andreas M., Jens N., Verena D., Torben A., Christian L., Katharina P., Jan B., Peter M., Mathias B., Mustafa, Gerald S., Björn G., Meik J., Tobias R., Frank N. und all die anderen Hinweisgeber, die (anders als wir) keinen Winterschlaf hielten.

Nachtrag, 13.55 Uhr: Schade. Die Unfähigkeit beim nachträglichen Korrigieren von Fehlern hat sich bei Bild.de offenbar auch im neuen Jahr nicht geändert. Bei den Kino-Tops und -Flops heißt es nun beispielsweise beim „Goldenen Kompass“:
"Der goldene Kompass" floppte in den USA, weil er am ersten Wochenende nur 26 Mio. US-Dollar einspielte. Gekostet hat die Romanverfilmung mit Nicole Kidman 180 Millionen Dollar – ein Verlustgeschäft in der ersten Woche von 154 Millionen
Und ähnlich wurde auch bei „Evan Allmächtig“ und „Beowulf“ die Formulierung „in der ersten Woche“ eingefügt. Irgendeinen Sinn ergeben die Verlustrechnungen dadurch natürlich trotzdem nicht. Anders als im Fall „Mr. Bean“: Da hieß es zunächst, der Film sei „mit mehr als drei 3 Millionen Zuschauern (…) in Deutschland der erfolgreichste Film 2007“. Nun schreibt Bild.de, er gehöre „mit fast vier Millionen Zuschauern (…) zu den Top10-Filmen in Deutschland“.

Nachtrag, 14.05 Uhr: Hoppla! Der Flop-Beauftragte hat sich noch mal ans Werk gemacht und die Verluste ersatzlos gestrichen. Beim „Goldenen Kompass“ z.B. heißt es nun:
"Der goldene Kompass" floppte in den USA, weil er am ersten Wochenende nur 26 Mio. US-Dollar einspielte. Gekostet hat die Romanverfilmung mit Nicole Kidman 180 Millionen Dollar. Das erste Wochenende lag also weit unter den Erwartungen