Spiegel, Giffords, Dioxin

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Eure Doppelmoral kotzt mich an (1): DER SPIEGEL“
(gutjahr.biz, Richard Gutjahr)
Der „Spiegel“ kritisiert in der aktuellen Titelgeschichte „Facebook & Co“. Mit einer unersättlichen Datensammelwut würden solche Firmen „Milliarden-Geschäfte“ in die Wege leiten. Nicht erwähnt wird, dass auch, wer ein „Spiegel“-Testabo beantragt und ein bestimmtes Häkchen ankreuzt, einwilligt, „dass er nicht nur vom SPIEGEL Verlag, sondern auch von beteiligten Verlagsgesellschaften für alle aktuellen und künftigen Publikationen zugespamt werden darf. Darüber hinaus muss er befürchten, über Jahre hinweg von privaten Callcentern telefonisch belästigt zu werden, um ihm fernmündlich irgendein Abo unterzujubeln.“

2. „Feindbild: Internet!“
(wasmitmedien.de, Daniel Fiene)
Daniel Fiene beschäftigt sich mit der gleichen Titelgeschichte und fragt, was denn so schlimm sei an personalisierter Werbung: „Technik, die so genaue Nutzerprofile erstellen kann, könnte irgendwann zum Missbrauch eingesetzt werden. Willkommen im Hätte-Wenn-Und-Aber-Journalismus. Mit diesem Argumentation ließe sich auch eine Hass-Titelgeschichte rund um Feuerzeuge rechtfertigen. Schließlich kann ich damit nicht nur meine Ikea-Teelichter, sondern auch Bomben anzünden.“

3. „Mediendemokratie auf niederbayerisch“
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Das Amt des Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien wird neu besetzt. Die Kandidatin Gabriele Goderbauer-Marchner wird in der Lokalpresse mit fragwürdigen Argumenten niedergeschrieben.

4. „How incorrect reports of Giffords’ death spread on Twitter“
(lostremote.com, Steve Safran, englisch)
Die Twitter-Konten @BreakingNews, @nprnews, @BBCBreaking und andere vermelden zwischenzeitlich den Tod der angeschossenen US-Politikerin Gabrielle Giffords.

5. „Misere der Meisterdenker“
(freitag.de, Hans Ulrich Gumbrecht)
Hans Ulrich Gumbrecht sieht „Kritik nur als Detailkorrektur auf der Linie eines immer breiteren Mehrheitskonsensus akzeptier- und denkbar“. „Ohne die stimulierende Kraft des riskantes Denkens, befürchte ich, könnten die zur Norm gewordenen ehemaligen Intellektuellen- und Minoritätenmeinungen so repressiv werden wie in der Vergangenheit – auf der anderen Seite des für immer verschwundenen Eisernen Vorhangs – eine zum Staats-Sozialismus entartete Sozialdemokratie.“

6. „Ein Bild von einem Ei“
(juliane-wiedemeier.de)
Wie die „Tagesthemen“ das Thema Eier und Dioxin über eine Woche hinweg illustrieren.