Schneewittchen, dapd, Dr. Nakamats

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Die Pressefreiheit liegt schon im Bett“
(taz.de, Jakob Augstein)
Jakob Augstein ruft dazu auf, sich mit der (selbst gewählten) Abhängigkeit der Journalisten zu befassen, die es „sich im System gemütlich gemacht, sich selbst embedded“ haben: „Jene Kollegen, die die Wikileaks-Veröffentlichungen unter dem Gesichtspunkt der Legalität sahen, wurden dazu nicht gezwungen. Sie taten das freiwillig. Sie wollen Herrschaft nicht kritisieren, sondern stabilisieren.“

2. „Schafft viele Wikileaks!“
(fr-online.de, Jörg Kantel)
Jörg Kantel sieht Wikileaks als eine Aufforderung an, „die Regierenden nicht einfach gewähren“ zu lassen. Was wäre, wenn „das Regime in Peking so reagiert hätte, wie nun die westliche Politik auf die Wikileaks-Papiere“ reagiert? „Das Geschrei hätte ich gerne gehört. Und sicher wäre Assange für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden, und jeder wäre fest davon überzeugt, dass an den Vergewaltigungsvorwürfen nichts dran sei, dass sie auf einem Komplott der chinesischen Regierung beruhen.“ Zu Wikileaks siehe auch „WikiRebels – The Documentary“ (svtplay.se, Video, 57 Minuten, englisch).

3. „Schneewittchen does Peking“
(wissenslogs.de, Anatol Stefanowitsch)
Anatol Stefanowitsch verfolgt eine AFP-Meldung, „in der es um einen scheinbar peinlichen Fehler bei der Übersetzung von Grimms Märchen ins Chinesische geht“.

4. „Stockholm: Eklatante Schwächen beim dapd“
(meedia.de, Daniel Bouhs)
Von der Nachrichtenagentur dapd war in der Nacht von Samstag auf Sonntag nichts zu den Ereignissen in Stockholm zu hören, da der Besetzungsplan dann (noch) eine Lücke aufweist. „Der dapd muss sich angesichts solcher Pannen fragen lassen, ob er in der Lage ist, das Weltgeschehen stets verlässlich abzudecken.“

5. „‚Wetten, dass..?‘ Wie war das noch mit Samuel Koch?“
(katatonie.org, Markus Mertens)
Ganze vier Artikel liest Markus Mertens auf „Spiegel Online“ zur angeblichen „Quotengeilheit des ZDF“. „Wieso aber habe ich ein solches Verhalten beim ZDF nicht beobachten können?“

6. „Dr. Nakamats, die Berliner Zeitung und ich“
(tokyofotosushi.wordpress.com, Fritz Schumann)
Fritz Schumann sieht seine ausführlichen, zuvor von der Redaktion abgelehnten Recherchen über den japanischen Erfinder Dr. Nakamats plötzlich in der „Berliner Zeitung“ abgedruckt.