Ein Mann zum Tierchenstehlen

Der Radiomoderator John Ment hat in der jüngsten Ausgabe seiner wöchentlichen „Mopo“-Kolumne „Ment am Montag“ einen neuen Trend ausgemacht:

Total „in“: Einbuchstabentierchen! Einfach einen Buchstaben verändern und aus einem Tier wird ein anderes.

Und Ment hat auch gleich einen bunten Strauß an Beispielen parat:

Die besten Beispiele habe ich hier für Sie: Wer hat immer was zu meckern? Das Nölpferd! Wer hilft Autofahrern in Not? Na klar – die Blinkschleiche. Und wer riecht immer sehr gepflegt? Der Deopard.
(Links von uns)

In dieser Gagdichte geht das die ganze Kolumne fröhlich weiter. Doch woher hat Ment diese und die neun weiteren Beispiele nebst passenden Fragen, die er seinen Lesern so stolz präsentiert? Selbst ausgedacht? Von Freunden gehört? Hinter dem Sofa gefunden?

Nein. Die „Einbuchstabentierchen“ heißen in Wirklichkeit „Einbuchstabedanebentiere“ und sind eine Erfindung des Twitterers @maatc, der am 12. November mit dem „Fettchen“ (Dicker Nager) und dem Hashtag #einbuchstabedanebentiere einen waschechten Twitter-Trend startete. Mittlerweile gibt es einige Hundert dieser Fantasietiere von völlig verschiedenen Autoren.

Ment hat sich für seine Kolumne hemmungs- und ausnahmslos auf Twitter oder einer der Seiten, die die Tiere zusammenfassen, bedient, ohne die Autoren oder Twitter auch nur einmal als Quelle zu erwähnen — noch nicht einmal in der Online-Ausgabe der „Morgenpost“, wo immerhin eine Verlinkung möglich gewesen wäre.

Ments Kolumne schließt dann auch bezeichnenderweise (danke @toco) mit diesen Worten:

Na gut, einen habe ich noch: Wer ist vor allem bei uns in Hamburg sehr gefürchtet? Jawoll – die diebische Alster
(Link von uns)

Mit Dank an Mario H.