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Bullshit

Seit Samstag unterstützt „Bild“ die interessierten Laien vom „Verein Deutsche Sprache“ bei ihrem Vorhaben, die deutsche Sprache im Grundgesetz zu verankern (BILDblog berichtete).

Auch heute, da sich der „1. Minister“ (und gefühlt 42. Politiker) der Forderung anschließt, wettert „Bild“ wieder gegen das sogenannte „Denglisch“, das unter anderem bei Berufsbezeichnungen um sich greife:

Berufs-"Denglisch": So werden Berufe heute in Stellenanzeigen benannt: Asset Manager: Vermögensverwalter, Chief Executive Officer (CEO): Vorstandschef, Nourishment Production Assistant: Küchenhilfe, Environment Improvement Technician: Putzfrau, Facility Manager: Hausmeister, Master of Welcome: Pförtner, Media Distribution Officer: Zeitungsbote, Office Manager: Sekretär/in, Vision Clearance Engineer: Fensterputzer, Waste Removal Engineer: Müllmann, Junior Clerk: Bürobote

Nun ist es nicht so, dass es diese Berufsbezeichnungen auch tatsächlich alle gäbe: Beim „Environment Improvement Technician“ handelt es sich – obwohl viele deutsche Medien das nicht zu ahnen scheinen – nicht um eine Putzfrau, sondern um einen Scherz. Auch für „Nourishment Production Assistant“, „Master of Welcome“ oder „Media Distribution Officer“ finden sich keinerlei Stellenausschreibungen, nur verschiedene Listen mit (angeblichen) albernen Berufsbezeichnungen.

Unklar ist aber auch, warum „Bild“ unbedingt den Deutschen Bundestag mit dem Thema behelligen will und nicht erst mal vor der eigenen Haustür kehrt. Folgende Berufsbezeichnungen sind jedenfalls willkürlich aus der Liste „Jobs & Karriere“ der Axel Springer AG entnommen:

Mit Dank an Karsten L., Stephan K. und Flo M.