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Sitzt er nicht!

Aus aktuellem Anlass müssen wir noch einmal auf den so genannten „Onanierer aus dem TV“ zurückkommen, den die „Bild“-Zeitung im April dieses Jahres in großen Artikeln ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt hatte. Der Börsen-Analyst war wegen Exhibitionismus zu einer Geldbuße verurteilt worden und ihm waren in Folge der „Bild“-Berichterstattung offenbar diverse Arbeitsverträge gekündigt worden (wir berichteten).

"Der Onanierer aus dem TV: Jetzt sitzt er in Schönheits-Jury"Gestern war der „gefallene Börsenstar“ der „Bild“-Zeitung in ihrer Frankfurter Ausgabe wieder eine Geschichte wert, weil er auf der Internationalen Anlegermesse“ (IAM) neben einem „Ex-Playmate“ in der Jury zur „Miss Hostess“-Wahl sitze und sich auf den neuen Job freue (siehe Ausriss). Im Text erklärt „Bild“ einleitend noch einmal halbwegs detailliert, was dem Mann vorgeworfen worden war und schreibt: „Jetzt bekam [Name] ein brisantes Angebot“. Dann zitiert „Bild“ mit Andreas Schmidt einen der Verantwortlichen der „Miss Hostess“-Wahl:

„Herr [Name] ist einer der besten und bekanntesten Analysten in Deutschland. Auf einer Börsenmesse ist er der richtige Mann für die Jury.“

Taktlos von einem verurteilten Exhibitionisten, sich als Jury-Mitglied bei einer Miss-Wahl zur Verfügung zu stellen, sagen Sie? Fand der „gefallene Börsenstar“ auch, wie uns Andreas Schmidt bestätigt:

Wir haben ihn gefragt, aber er hat abgelehnt.

Und zwar schon vor dem „Bild“-Bericht von gestern.

Nachtrag, 18.7.2007: Der „Börsenstar“ teilt uns auf Nachfrage mit, Schmidt habe „mehrere Tage“ vor Erscheinen der Jury-Meldung bei ihm angefragt: „Ich habe abgelehnt, weil ich glaube, dass es bei meiner Vorgeschichte die denkbar ungünstigste Variante wäre, auf mich aufmerksam zu machen.“ Von der „Bild“-Zeitung selbst habe niemand mit ihm gesprochen.