Und Galileo rotiert im Grab immer nach Süden

Manchmal testet das ProSieben-Vorabendmagazin „Galileo“ nicht nur, wie viel Essen in einen Jumbo geht, sondern versucht auch, seinen Zuschauern die Welt zu erklären. Gestern überprüfte die Sendung in einem „Grundschulwissenstest“, was die Menschen noch von den elementaren Dingen behalten haben, die sie als Kind gelernt haben. „Jeder Deutsche sollte unseren Test mit Bravour bestehen“, sagte der „Galileo“-Sprecher, denn es handele sich um „absolutes Basiswissen“.

Und so sollten die Kandidaten zum Beispiel mithilfe einer Schale Wasser, eines Holzstückchens, einer Nadel und eines Magneten einen Kompass bauen, was den meisten misslang. „Jeder Grundschüler sollte diese Aufgabe meistern können“, sagte der Sprecher streng. „Ganz klar: Hier fehlt den Kandidaten Basiswissen.“

Freundlicherweise gab „Galileo“ Nachhilfe, und zwar so:

 

 

„Das ist unsere Erde.

Am Nordpol lagern riesige Eisen-Vorkommen.

Magnete zieht das magisch an.

Nadeln auch.

Sofern sie magnetisch sind.“

Ganz klar: Hier fehlt „Galileo“ Basiswissen.

Irgendwelche riesigen und offenbar magnetischen Eisen-Vorkommen am Nordpol sind nicht dafür verantwortlich, dass Kompassnadeln sich nach Norden ausrichten — diese Eisenmassen müssten zum Beispiel auch munter unter der Erde durch die Gegend wandern, um die wechselnden Positionen des magnetischen Nordpols und die sogar gelegentliche Umkehrung von Nord- und Südpol zu erklären.

In Wahrheit ist die Erde von einem Magnetfeld umgeben, das durch den sogenannten Geodynamo-Prozess entsteht: das sind Induktionsvorgänge im äußeren, flüssigen, elektrisch leitfähigen Erdkern.

Und morgen bei „Galileo“ Jumbos großer Vergleichstest: Nordpol oder Nordpolen, wo gibt’s das beste Eis?

Mit Dank an Ronny R.!