Restposten-Journalismus

Vergangene Woche tat die „Bild“-Zeitung etwas für ihr Karma und rückte in einer dreiteiligen Serie mal einige der angeblich „größten Irrtümer der Allgemeinbildung“ (z.B.: „Rot reizt Stiere“, „Eskimos wohnen in Iglus“) zurecht:

Sicherheitshalber hatte sie die Tatsachen nicht selbst zu recherchieren versucht, sondern einem Buch entnommen, das sie mit den Worten „Jetzt räumt ein neues Buch unseren Kopf frei“ ankündigte und in jedem Artikel unübersehbar zum Kauf empfahl:

Okay. Kann man machen. Sieht ein bisschen nach Schleichwerbung aus, ist aber vielleicht nur eine Art Vorabdruck.

Bisschen komisch ist natürlich, dass das „jetzt“ erschienene „neue“ Buch vor über sieben Monaten schon den Online-Ableger von „Bild“ dazu inspirierte, seine Leser in zwei Teilen über die „größten Irrtümer der Allgemeinbildung“ (z.B.: „Rot reizt Stiere“, „Eskimos wohnen in Iglus“) aufzuklären.

Darin war von „neu“ und „jetzt“ allerdings keine Rede. Kein Wunder: Das Buch war damals schon über ein Jahr alt.

(Wenn Sie beim Nachlesen auf Bild.de feststellen, dass es der Zeitung nicht gelungen ist, die Irrtümer korrekt abzuschreiben, dürfen Sie sich zur Belohnung einen gesunden Hagebuttentee gönnen.)

Danke an Johannes S., Marcus W. und Frank!