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Falsche Beispiele für schlechte Integration

BUNDESREPUBLIK ABSURDISTAN So schlecht funktioniert Integration in Deutschland

Dafür, dass es um die Integration von Ausländern in Deutschland so miserabel stehen soll, ist es der „Bild“-Zeitung erstaunlich schwer gefallen, drastische Beispiele dafür zu finden. Eine Auswahl der „schlimmsten Fälle verfehlter Integrationspolitik“ präsentierte das Blatt gestern und prangert zum Beispiel, im Gleichschritt mit dem rechtsextremen Ring Nationaler Frauen, den wöchentlichen Frauenbadetag in einem Münchner Hallenbad an.

„Bild“ stellt sich auch auf die Seite eines Arztes aus dem hessischen Wächtersbach, der es „satt hatte“, dass verschleierte Patientinnen sich geweigert hätten, ihre Kopftücher zur Untersuchung abzunehmen. Der Mann hatte in einem Aushang unter anderem bekannt gegeben: „Kinderreiche islamistische [sic!] Familien mit mehr als 5 leiblichen Kindern werden in dieser Arztpraxis nicht behandelt!“ Der Arzt hat sich inzwischen dafür entschuldigt, dass er mit seinen Formulierungen über das Ziel hinausgeschossen sei und Menschen verletzt habe.

Das untauglichste Beispiel für misslungene Integration aber ist gleich das erste, das „Bild“ nennt:

Frauen nicht anschauen!

Im Klinikum Stuttgart kursiert eine „Handlungsanweisung internationale Patienten“ für das Pflegepersonal. Darin heißt es: „Anmerkung zur islamischen Kultur: Frauen nicht anschauen, nicht die Hand geben!“

Die Handlungsanweisung gibt es tatsächlich; der entsprechende Absatz lautet vollständig:

Eine Anmerkung zur islamischen Kultur: Frauen nicht anschauen, nicht die Hand geben und ganz wichtig – bitte nicht in ein Zimmer reinplatzen ohne auf das Herein nach dem Klopfen zu warten!!! – Patientin könnte beten oder sich gerade umziehen!

Wie der Begriff „internationale Patienten“ schon nahelegt, geht es dabei aber um Menschen, die nicht in Deutschland leben. Die Handlungsanweisung betrifft ausschließlich „Patienten, die zum Zweck der medizinischen Behandlung aus dem Ausland einreisen“, also zum Beispiel die Angehörigen eines Scheichs, die das Klinikum für eine spezielle Operation wählen und dafür selbst zahlen.

Noch einmal: Die Empfehlung für den Umgang mit muslimischen Patientinnen, die „Bild“ als Beispiel schlechter Integration in Deutschland anprangert, gilt für Menschen, die anreisen, sich behandeln lassen, wieder abreisen.

Aber es stimmt schon: Ausländer, die gar nicht in Deutschland leben, sind bei uns wirklich empörend schlecht integriert.