Kommt ’n Mann zum Gericht

Das mit dem Humor ist ja so eine Sache: Die Deutschen sind international nicht gerade dafür berühmt. Mario Barth füllt das Berliner Olympiastadion, obwohl niemand irgendjemanden kennt, der Barths Witze lustig fände. Und dann gibt es auch noch Oliver Pocher.

Der fuhr am Montag als Jörg Kachelmann verkleidet vor dem Mannheimer Landgericht vor und lieferte den wartenden Journalisten die Show, auf die sie gehofft hatten (zumindest von den Ausmaßen her).

Die „Hamburger Morgenpost“ fand den Auftritt nicht lustig (ließ es sich anderseits selbst nicht nehmen, ihren Artikel mit „Pochers peinliche Parodie“ zu überschreiben), wusste aber immerhin zu berichten:

Pocher selbst „entschuldigte“ sich später. „Es sei eine Notlösung gewesen. Er sei als Dominik Brunner (das Totschlagopfer aus München) „nicht lustig genug“ gewesen. Aber auch das dürfte Klamauk gewesen sein.

Klamauk ja, aber nicht von Pocher. Die „Entschuldigung“ wurde Pocher nämlich von „Glasauge“, der Satire-Rubrik von „Welt Online“, in den Mund gelegt:

Star-Comedian Oliver Pocher entschuldigt sich dafür, dass er sich mit einer Kachelmann-Parodie vor dem Mannheimer Gericht über Vergewaltigungsopfer lustig gemacht hat: „Es war eine pure Notlösung – Sat 1 fand mich in meiner Verkleidung als Dominik Brunner nicht lustig genug.“

Andererseits: Wer rechnet bei „Welt Online“ schon mit Humor?

Mit Dank an Sascha B.