Amokberichterstattung, Kachelmann, Irak

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Empfehlungen zur Amok-Berichterstattung“
(presserat.info)
Der deutsche Presserat stellt einen Leitfaden zur Amokberichterstattung (PDF-Datei, 54 Seiten) online, der mit einigen praktischen Negativbeispielen von „Bild“ und Bild.de operiert. „Der Leitfaden soll Journalisten bei wichtigen Fragen im Redaktionsalltag eine Orientierung geben. Welche Fotos dürfen wir veröffentlichen? Welche Namen dürfen wir nennen? Welche Informationen über den Täter und die Tat können wir bringen?“

2. „Wer ist der echte und wer der falsche Kachelmann?“
(tagesschau.de, Video, 3:33 Minuten)
Die „Tagesthemen“ über den ersten Tag im Prozess gegen Jörg Kachelmann. „Fast schon hysterisch die Stimmung vor dem Prozess des Jahres, an dem es die eine Wahrheit nicht gibt.“

3. „Erbarmen! Nun retten Schauspieler die Welt“
(faz.net, Jan Hauser)
Jan Hauser bemerkt vermehrt Schauspieler in den Talkshows: „Die Fernsehmacher suchen ein bekanntes Gesicht abseits der üblichen politischen Verdächtigen. Das soll den Zuschauer veranlassen, während des Schaltens durch die Fernsehprogramme inne zu halten. Die Schauspieler sollen Authentizität vermitteln und einfache Wahrheiten verbreiten.“

4. „Sarrazins 18 Prozent: Und, was können Sie sich so vorstellen?“
(beim-wort-genommen.de, Jonas Schaible)
Jonas Schaible schreibt zur Emnid-Umfrage für „Bild am Sonntag“ (BILDblog berichtete) und was daraus in anderen Medien wird: „(…) weder auf der Emnid-Seite noch auf Bild.de finde ich detaillierte Angaben zur Ausarbeitung der Studie. Es fehlen sämtliche Hintergrundinformationen, es fehlt alles, dass Ergebnisse einer Studie eigentlich überprüfbar macht, das erlaubt, eine Studie einzuschätzen.“

5. „Punk’d, Iraqi-Style, at a Checkpoint“
(atwar.blogs.nytimes.com, Yasir Ghazi, englisch)
Versteckte Kamera im irakischen Fernsehen: Prominenten werden Bombenattrappen ins Auto gelegt, worauf sie von gespielten Grenzwächtern zur Rede gestellt werden: „‚Why do you want to blow us up?‘ ‚You are a terrorist.‘ ‚How much did they pay you to do it? You will be executed.'“ Unklar ist, ob das Material mit oder ohne vorherige Aufklärung der Prominenten gedreht wurde.

6. „When it comes to phone hacking, the press is the elephant in the room“
(guardian.co.uk, Charlie Brooker, englisch)
Charlie Brooker erzählt die Geschichte einer Prominenten, die einen „ultimate celebrity faux pas“ begangen habe, nämlich an zwei Tagen das genau gleiche Kleid zu tragen. Und erklärt, warum die britischen Medien so wenig zur „News of the World phone hacking affair“ zu sagen haben.