Kübel mitgespielt

Falls Sie den heutigen Tag außerhalb von Social-Media-Diensten wie Twitter oder Facebook verbracht haben, ist diese Nachricht möglicherweise neu für Sie: In Neuenkirchen ist ein Blumenkübel umgekippt. Oder genauer: Er wurde umgeworfen und ging dabei zu Bruch.

Aus Gründen, die hinterher nie so ganz nachzuvollziehen sind, fand der Artikel aus dem Neuenkirchener Lokalteil der „Münsterschen Zeitung“ heute großen Anklang beim Kurznachrichtendienst Twitter. Die Nutzer machten die verschiedensten Scherze zum Thema und „Blumenkübel“ wurde zu einem der meist genutzten Begriffe am heutigen Tag.

Dieser Hype, auch als „Internet meme“ bezeichnet, rief wiederum die etablierten Medien auf den Plan, die im Sommerloch endlich etwas hatten, worüber sie berichten konnten.

So zum Beispiel die Internetausgabe der „Nürnberger Zeitung“, die zu berichten wusste:

Selbst im internationalen Programm des US-Nachrichtensenders CNN beschschäftigte man sich mit dem umgetretenen Münsteraner Blumentopf. Breaking News – diesmal aus dem westfälischen Hinterland.

Und so sah das aus bei CNN:

Auch in den USA registrierte man den "German big flower bucket".

Beziehungsweise nicht, denn wie man sich fast hätte denken können, handelt es sich bei der Grafik um einen Fake, von dem heute verschiedene Versionen auftauchten — alle übrigens basierend auf einem anderen Fake, der schon seit mehreren Jahren im Umlauf ist.

Dass das alles nicht so stimmte, haben sie auch bei der „Nürnberger Zeitung“ schnell gemerkt, weswegen das obige Zitat aus dem Artikel verschwand und die Bildunterschrift ausgetauscht wurde:

Auch in den USA registrierte man den Blumenkübel. Dieses Bild von den CNN-News ist allerdings ein Fake von deutschen Internetusern. So weit ging die weltweite Aufmerksamkeit dann doch nicht.

Nur ein Satz konnte sich noch längere Zeit im Vorspann halten:

Auch CNN und dpa war die Sache ein Eilmeldung wert.

Inzwischen ist auch dieser Satz ersetzt worden.

Mit Dank an Matthias Sch.

Nachtrag, 23.15 Uhr: Unser Leser Farlion schreibt uns, dass er die Redaktion der „Nürnberger Zeitung“ telefonisch auf den Irrtum aufmerksam gemacht habe. Erst danach sei der Artikel geändert worden.