Praktika, Pseudonyme, Sexualstraftäter

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Hetzjagd auf Sexualstraftäter“
(ndr.de, Video, 5:15 Minuten)
Reporter von „Bild“ und „Hamburger Morgenpost“ jagen den rechtmässig aus der Haft entlassenen Hans-Peter W. von einer Stadt in die andere und erschweren so eine Resozialisierung.

2. „Hinter der grünen Tür“
(fernsehkritik.tv, Video, 40:33 Minuten)
N-tv und RTL zeigen in Liveberichten während rund 90 Minuten das Eingangstor der Justizvollzugsanstalt Mannheim. Schließlich erscheint der Angeklagte Jörg Kachelmann, was bei RTL zur sofortigen Unterbrechung des laufenden Programms führt (der wahrlich harte Schnitt ab 8 Minuten).

3. „Die weltfremde Medienmoral-Debatte“
(meedia.de, Georg Altrogge)
Georg Altrogge widerspricht den Einschätzungen von Christian Schicha zur Loveparade-Berichterstattung (taz-Interview) und wünscht sich Medienwächter, die sich für „den investigativen Handlungsspielraum und die Presse- und Meinungsfreiheit“ einsetzen. „Zweifelsohne gibt es viele, denen es nur Recht wäre, wenn auch von der Loveparade keine Bilddokumente veröffentlicht worden wären, die ein Zeugnis liefern von der Panik im Tunnel, dem opferverachtenden Verhalten der Zuständigen in der Duisburger Stadtverwaltung oder eines Oberbürgermeisters, der sich in grotesker Weise an ein gut dotiertes Amt klammert.“

4. „Zehn Gründe gegen ein Presse-Leistungsschutzrecht“
(telemedicus.info, Arnd Haller)
Arnd Haller von Google Deutschland zählt zehn Gründe auf, die gegen ein geplantes Leistungsschutzrecht sprechen. Kai Biermann hat die Punkte hier etwas kürzer zusammengefasst.

5. „Generation Praktikum? Ein Mythos!“
(fudder.de, Philipp Barth)
Philipp Barth hält die von Journalisten ausgerufene „Generation Praktikum“ vor allem für ein Problem der Medienbranche.

6. „Wir müssen dann den Taliban als Zeugen vernehmen“
(buskeismus-lexikon.de, Rolf Schälike)
„Spiegel Online“ schreibt über einen Soldaten und verpasst ihm („Name von der Redaktion geändert“) ein Pseudonym. Doch es gibt tatsächlich einen Soldaten mit diesem Namen. Man trifft sich vor dem Landgericht Hamburg.