Ein Sturz mit Folgen

Die Geschichte war schon ein bisschen konfus, als sie am Dienstag auf der Website des ORF auftauchte. Zusammenfassen kann man die Geschichte wohl so: Sanitäter waren zu einem 75-jährigen Mann im österreichischen Steinabrückl gerufen worden. Weil der Mann unter akuter Atemnot litt, wurde er auf der Trage nicht angegurtet, weswegen er wohl seitlich von der Trage gerutscht sei, aber noch aufgefangen werden konnte. Der Mann, dessen Zustand schon vor Eintreffen der Rettungskräfte labil gewesen sei, ist dann anschließend im Krankenhaus gestorben.

Obwohl der ORF selbst schreibt, dass erst eine Obduktion klären solle, ob der Mann an den Folgen des Sturzes „oder wegen anderer Umstände“ gestorben sei, lockt einen die Überschrift erst mal auf die falsche Fährte:

Patient von Trage gerutscht und gestorben

Bei der „Kronen Zeitung“ verzichteten die Sanitäter „offensichtlich in der Eile und im Bestreben, möglichst rasch zu helfen“ darauf, den Mann anzuschnallen — außerdem war der Mann dort „von der Trage gepurzelt“ und über ein „Stiegengeländer“ (Treppengeländer) gestürzt.

Gleichzeitig wusste die „Krone“ zu berichten:

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt habe laut ORF eine Vorabinformation bestätigt, wonach der Sturz nicht in kausalem Zusammenhang mit dem Tod des Mannes stehen soll

Das deckt sich in etwa mit dem, was der ORF heute noch einmal berichtet:

Ob Anklage erhoben wird, hängt nun vom Obduktionsergebnis ab, das die Todesursache klären soll.

Der Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt bestätigt eine erste Vorabinformation, wonach der Sturz nicht in kausalem Zusammenhang mit dem Tod des Mannes stehen soll.

Das alles war „Bild“ wohl noch nicht dramatisch genug, weswegen die Zeitung gestern verkündete:

Patient stirbt nach Sturz von Sanitäter-Trage

Doch die Notärzte hatten vergessen, den Mann festzuschnallen. Er fiel von der Trage, stürzte über ein Treppengeländer ein Stockwerk tief. Er war sofort tot.

Mit Dank auch an Basti.