Lakaien, Österreich, Chatter

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Lakaien“
(medienspiegel.ch, Fred David)
Fred David listet ehemalige Chefredakteure Schweizer Zeitungen auf, die ihr Geld inzwischen als Berater oder Mediaconsultant verdienen. „Das ist alles legitim. Aber man muss sich bei Gelegenheit doch immer wieder dieser fleissigen Networker und ihrer Netzwerke erinnern, wenn plötzlich, fast wie aus dem Nichts, Kampagnen durch die Medien rauschen.“

2. „Die kaputte Welt von ‚Österreich'“
(kobuk.at, Hans Kirchmeyr)
Hans Kirchmeyr listet auf, was die Zeitung „Österreich“ über das Opfer eines Gewaltverbrechens schreibt.

3. „Ekel für 50 Cent“
(taz.de, Daniela Zinser)
Keinen Gefallen findet Daniela Zinser an der neuen Klatschzeitschrift „Chatter“ aus dem Verlag Hubert Burda Media: „Das neue Starstyleklatschmagazin, das der Burda-Verlag nun jeden Mittwoch auf billigem Zeitungspapier im Tabloid für 50 Cent feilbietet, ist so ziemlich das Unterirdischste, was man am Kiosk bekommt: wenig Text, große Fotos – und inhaltlich nichts als Trash.“

4. „Burdas brutaler 50-Cent-Trick“
(spiegel.de, Stefan Kuzmany)
Stefan Kuzmany stellt fest, dass „Chatter“ zwar viel zu wissen vorgibt, aber selten eine konkrete Quelle angibt. „Die besten Infos stammen von namenlosen ‚Insidern‘, die zum Beispiel genau beschreiben, was die Mutter von Brad Pitt von der Erziehungsleistung ihrer Schwiegertochter Angelina Jolie hält.“

5. „Akkreditierungen: Neues aus Absurdistan“
(konzertfoto-faq.de, Peter Wafzig)
Der freie Bildjournalist Peter Wafzig berichtet von Einschränkungen in der Konzertfotografie: „Einmal mehr wird klar, dass die Tourneeveranstalter die Presse eigentlich nur instrumentalisieren wollen. An einer freien Berichterstattung ist niemand wirklich interessiert. Da der Gesetzgeber nach wie vor das Hausrecht der Veranstalter höher bewertet als die Pressefreiheit und Konzerte nicht als öffentliche Veranstaltungen betrachtet, wird sich daran auch in Zukunft nichts ändern.“

6. „Ich habe immer noch die Namen meiner Kritiker im Gehirn gespeichert“
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein glaubt, dass sich negative Kritiken viel genauer ins Gedächtnis einbrennen als positive: „Ich vergesse alles Positive, aber den Rest merke ich mir.“