DFB, Lokaljournalismus, Back to the Future

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Sympathisch, aber selbstzensierend“
(zeit.de, Steffen Dobbert)
„Ein Wortlautinterview ist auf jeden Fall journalistisch korrekt, wenn es das Gesagte richtig wiedergibt“ steht in der Richtlinie 2.4 des Pressekodex. „Zeit Online“ veröffentlicht dennoch nur die Fragen eines Interviews mit Oliver Bierhoff, weil der DFB und Bierhoff selbst „im Nachhinein“ eine Veröffentlichung untersagten. „Das Gespräch mit ihm dauerte nur ein knappe halbe Stunde. Bierhoff hatte sich in Rage geredet. Aber er hatte nichts gesagt, was die Fußballwelt erschüttern würde. Vielleicht wirkte er so authentisch, weil er ehrlich war. Vielleicht dürfen seine Worte deshalb nicht veröffentlicht werden.“

2. „Rechte Regionalzeitungen“
(taz.de, Andreas Speit)
Durch den Abbau von Lokalredaktionen auf dem Land breiten sich von der NPD finanzierte und organisierte Zeitungen aus.

3. „Das Lokale lieben lernen: Eine Lektion“
(benjamin-runge.de)
Der 24-jährige Journalist Benjamin Runge versucht, Fußgänger in Dieburg zu „Spontan-Portraits“ zu bewegen.

4. „Wir brauchen ein neues Medienbewusstsein“
(oeffingerfreidenker.blogspot.com, Stefan Sasse)
Stefan Sasse glaubt, dass die Meinung von „Bild“ vor vierzig Jahren „noch keinem Politiker mehr als ein abwertendes Grunzen wert gewesen“ sei. Doch heute gelte sie „als eines der, wenn nicht das politische Leitmedium in der Hauptstadt, an dessen erregtem Pulsschlag sich der ohnehin derzeit nicht durch besonders überlegte Ruhe auszeichnende Politikbetrieb orientiert“.

5. „Herr Löw greift sich ans Kinn“
(wintermaerchen2010.com, Kai Schächtele)
Ein Besuch im Hauptquartier der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Erasmia, einem Vorort von Pretoria. „Es würde für den Tross, der nach Südafrika allein wegen des Fußballs gekommen ist, keinen Unterschied machen, ob diese WM in Afrika, auf einer Eisscholle in Alaska oder hinter dem Mond ausgetragen wird.“

6. „Back to the Future fans fooled by Twitter hoax“
(telegraph.co.uk, Murray Wardrop, englisch)
„Thousands of Back to the Future fans mistakenly celebrated July 5, 2010 as a crucial date in the hit film trilogy after a hoax circulated on Twitter.“