Ach, Norbert,

(ich darf Sie doch Norbert nennen?), eben erst hatte ich mich gewundert, was und warum Sie mir am Freitag in Europas größter Tageszeitung von ihrem Treffen mit Russell Crowe erzählen wollten.

Und was muss ich da von meiner Leserin Susanne B. erfahren? Ihr Treffen mit Crowe im Hotel Bayerischer Hof, für das Ihnen die „Bild“-Zeitung vorgestern einen Großteil der letzten Seite zur Verfügung stellte, hat bereits Mitte Oktober, also vor mehr als einem Vierteljahr, stattgefunden?!

Ist das denn wirklich wahr, Norbert? War Ihr „Kamin-Talk mit einem Weltstar“, seine „Lebensbeichte beim Wein“ etwa gar kein Treffen unter Freunden, sondern bloß Teil eines 40-minütigen Journalistentreffs zum Start seines damals neusten Films „Ein gutes Jahr“? Die „Süddeutsche“, die „Abendzeitung“ und andere jedenfalls berichteten seinerzeit darüber. Es gibt sogar PR-Fotos von dem PR-Termin, auf denen trägt er dieselbe marineblaue Fleecejacke, dieselbe Jeans, die er auch auf diesem Foto mit Ihnen anhat…

Lieber Norbert, ich weiß: Sie sind „Erfolgskolumnist“, sind „Mitglied der BILD-Chefredaktion“ und „einer der profiliertesten Autoren Deutschlands“. Dass Sie auch einer der langsamsten sind, wusste ich nicht. Und ich muss sagen: Ich bin enttäuscht. So wird das nichts mit uns.

Es grüßt,
Ihre Clarissa

Ach ja, eins noch. Was nämlich Russell Crowes „neuste CD ‚Other Ways Of Speaking'“ angeht, die Ihnen der gute Mann ja zum Abschied „schenkte“, wie Sie schrieben: Sind Sie sicher, dass es sich dabei damals nicht einfach nur um ein unpersönliches Give-away für alle anwesenden Journalisten handelte? Denn neu ist die Platte gar nicht, sondern, wie ich herausfand, von 2004.