Kepplinger, Koch, Schächter

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. Interview mit Hans Mathias Kepplinger
(cicero.de, Marc Etzold)
Hans Mathias Kepplinger stellt bei Politikjournalisten „Selbstüberschätzung und Machtfantasien“ fest. „Im deutschen Journalismus gibt es die Tendenz, Politiker in unverschämter Weise abzukanzeln.“

2. „Ach, wie schön war es in Bonn“
(stern.de/blogs/hans-martin_tillack, 22. Juni)
Journalist Hans-Martin Tillack kritisiert die Journalisten Leif Kramp und Stephan Weichert, die in einem Buch eine Verwahrlosung des Hauptstadtjournalismus feststellen: „Die Recherche, die sie zu Recht von uns Journalisten erwarten, haben sie selbst nicht einmal im Ansatz geleistet. Ihr Buch basiert in erster Linie auf den Interviews mit 34 Berliner Korrespondenten und Pressesprechern, die ihnen ausgerechnet die eigentlich investigativ orientierte Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche finanziert hat.“

3. Interview mit Roland Koch
(welt.de, Claus Christian Malzahn)
Roland Koch redet über seine Erfahrungen mit den Medien und sagt, wie er sich einen guten Journalisten vorstellt: „Er sollte die Autorität haben, seinen Lesern auch ein Meinungsstoppschild zeigen zu können, wenn es begründet ist. Und nicht Angst davor haben, jemand könnte das Abo kündigen, weil dem ein Kommentar nicht gefällt.“

4. „Analyse einer Pressemitteilung“
(fernsehkritik.tv/blog)
Der Fernsehkritiker analysiert eine ZDF-Pressemitteilung und vermisst dabei die Selbstkritik. Intendant Markus Schächter wird beispielsweise mit den Worten „Ein facettenreiches Programm kommt bei den Menschen an“ zitiert. „Schächter verschweigt einfach, dass vor allem jüngere Zuschauer sich mit Grausen vom ZDF abwenden.“

5. „Abt. Qualitätsjournalismus – heute: Gegenbeispiel“
(infam.antville.org, patpatpat)
Eine Interpellation im Schweizer Parlament wird von verschiedenen Medien in Titel und Lead falsch dargestellt.

6. „Keep calm and make things“
(floriansteglich.com)
Florian Steglich geht „die Hysterie von Teilen der Blogosphäre“ zunehmend auf den Geist. Es reiche nicht aus, „sich lärmend zusammenzufinden, um mal wieder einen vermeintlichen oder echten Aufreger zu Meedia und Spiegel Online zu bringen“.