Welt Kompakt, Seelmann-Eggebert, Twain

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Das kompakte Honorarfrei-Experiment“
(gefuehlskonserve.de, Deef Pirmasens)
Freiberufler Deef Pirmasens will nicht während einem Tag für die „Welt Kompakt“ arbeiten, weil er auf Anfrage per E-Mail erfährt, dass die Zeitung zwar gerne seine Arbeitsleistung zur Befüllung ihrer Spezialausgabe hätte, dafür aber nichts bezahlen möchte. Die Haltung hat sich inzwischen geändert, die angefragten Blogger sollen nun doch, „natürlich“, ein Honorar bekommen.

2. „Neuer Journalismus. Jetzt.“
(kopfzeiler.org, Johannes Kuhn)
Johannes Kuhn stellt „elf Selbstverständlichkeiten zur Zukunft einer lädierten Profession“ zusammen.

3. „Na, det flutscht doch“
(holyfruitsalad.blogspot.com, creezy)
Wie auch Frau Indica wünscht sich die „bekennende königliche Hochzeitguckerin“ creezy Adelexperte Rolf Seelmann-Eggebert zurück – „immer schön, wenn behauptet wird, eine Königin sei ohne Gatten zur Hochzeit erschienen, während dieser gleichzeitig mit ihr über den Teppich läuft als auch auf dem Balkon beim Empfang zu sehen ist.“

4. „Der erste Borderline-Journalist“
(epd.de, Diemut Roether)
Diemut Roether zum 100. Todestag von „early adopter“ Mark Twain: „1874 soll er als erster Autor seinem Verlag ein maschinengeschriebenes Manuskript abgeliefert haben.“

5. „Nicht der Fußball ist schlecht, sondern das Fernsehen, das ihn zeigt“
(sportal.de, Daniel Raecke)
Daniel Raecke stellt eine „mangelnde Urteilsfähigkeit der Journalisten“ an der Fußball-WM fest. „Wenn ein englischer Keeper einen Fehler macht, dann deshalb, ‚weil er ein Engländer ist‘, was jede Wetteransagerin im deutschen Fernsehen so wiedergeben könnte, weil sich in Deutschland trotz zweier durch Torwartfehler verlorenen WM-Finals (1986 und 2002) die feste Überzeugung hält, dass selbst Sascha Kirschstein besser sei als David James und der DFB ’nie ein Torwartproblem‘ haben werde.“

6. „Why the tabloids enjoy Wimbledon“
(tabloid-watch.blogspot.com, englisch)
Tabloid Watch fragt sich, ob Boulevardmedien Frauentennis auch aus sportlichen Gründen wahrnehmen.