Nachrichtenstarre, TV-Faker, Videotext

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Wie ich auf twitter mit einer Falschmeldung für Verwirrung sorgte“
(derausmwaldkam.wordpress.com)
Neu-Twitterer @daswaldi twittert das Gerücht, eine in Göttingen zu hörende Detonation sei durch eine Explosion einer Gasleitung verursacht worden, was von anderen Quellen ungeprüft aufgenommen wird. Bei der Entschärfung einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurden drei Menschen getötet und mehrere verletzt (ndr.de).

2. „‚Superreiche‘ verhindern Millionär“
(fastvoice.net, Wolfgang Messer)
Wolfgang Messer glaubt, dass Kandidat Dieter Nuhr beim Promi-Special der RTL-Sendung „Wer wird Millionär?“ gescheitert ist, weil die richtige Antwort „Domäne“ gar nicht zur Auswahl stand.

3. „Bleierne Nachrichtenstarre“
(olereissmann.de)
Ole Reißmann fragt sich, warum SZ, FAZ und der „Tagesspiegel“ das „nackte Faktum“ des Rücktritts von Horst Köhler als Aufmacher bringen: „Solange sich die Abonnenten so etwas gefallen lassen und für das Internet-Ausdrucken Geld herausrücken: Bitte. Ich glaube aber nicht, dass Zeitungen sich damit heute noch einen Gefallen tun.“

4. „TV-Faker aufgepasst: Das Netz bringt es ans Licht“
(dwdl.de, Jochen Voß)
Aufmerksame TV-Zuschauer bringen durch Rückmeldungen zum Programm Debatten in Gang. „Der Aufwand, sich in einer Debatte zu Wort zu melden, wird für alle Zuschauer – und nicht nur eine Hand voll Medienkritiker – immer geringer. Es muss noch nicht einmal das umfängliche Watchblog sein, das eine Debatte in Gang setzt. Oft reicht auch schon eine aus einem ersten Impuls heraus geschriebene E-Mail an die richtigen Stellen, um Schummlern auf die Schliche zu kommen.“

5. „Huh?“
(hackr.de, Markus Spath)
Markus Spath stellt die These auf, dass sich Intellektuelle mit dem Web so schwer tun, „weil sie intuitiv spüren, dass sie dem Web egal sind.“

6. „30 Jahre Videotext“
(burks.de, Burkhard Schröder)
in einem „Spiegel“-Artikel von 1979 zum damals brandneuen Videotext findet Burkhard Schröder ähnliche Textbausteine, wie sie heute zu lesen sind: „Hinter dem Anspruch der Presse, an den neuartigen Sendungen beteiligt zu werden, steckt die Sorge der Zeitungsverleger, Leser vom Gedruckten ans Gesendete zu verlieren.“