Beinahejournalismus

+++Wir unterbrechen dieses Blog für eine Eilmeldung. Das südliche Bayern wäre, wie wir soeben erst erfahren, am Mittwoch beinahe durch ein Flammeninferno dem Erdboden gleichgemacht worden. Ein Papierkorb in einer Damentoilette in München war in Brand geraten. Nur durch den Einsatz eines Feuerlöschers konnte ein Übergreifen der Flammen auf Herrentoilette, Flur, Etage, Haus, Straße, Stadt und Freistaat verhindert werden.+++

Ja: Bei der „Süddeutschen Zeitung“ hat’s gebrannt. Die Berufsfeuerwehr informierte die Öffentlichkeit über das Geschehen mit den Worten (pdf):

Im vierten Obergeschoss eines Münchner Zeitungsverlags geriet in der Damentoilette am Mittag ein Mülleimer in Brand. Noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte der Feuerwache Mitte hatten Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes den Brand mit einem Schaumlöscher gelöscht.

Und „SZ“-Redakteur Karl Forster schreibt heute in seiner Kolumne:

Da diese Zeilen hier in unmittelbarer Nachbarschaft der gebrannt habenden Toilette entstehen, ist festzustellen: Seitens der Behörde ist alles korrekt berichtet.

Zum Erstaunen der Toilettennachbarn aber war laut einer vierbuchstabigen Zeitung sehr viel mehr geschehen: Unter der Rubrik „Flammen bis zur Decke“ steht geschrieben: „Das Stammhaus an der Sendlinger Straße wäre beinahe abgebrannt.“ Und dass der Sicherheitsdienst sich durch den Qualm habe „kämpfen“ müssen. Haben wir da vielleicht eine Katastrophe verpennt?

Vielen Dank an „SoWhy“ und Holger G.!