Größere Ego-Probleme

Sie hatten sich so viel Mühe gegeben, die Leute von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“: Sie hatten extra einen Redakteur ins finnische Espoo geschickt, damit der die Computerspielefirma Remedy porträtieren kann — im Wirtschaftsteil, um auch mal die wirtschaftliche Bedeutung der in deutschen Medien sonst eher negativ behafteten Branche zu würdigen.

Nur hat vor Veröffentlichung offenbar niemand den Text gelesen, der sich auch mit Computerspielen auskennt:

Ein Actionspiel gewiss, aber nach Ansicht von Spielekritikern deutlich weniger gewalttätig und stärker an der Erzählung einer fesselnden Geschichte orientiert als sogenannte Ego-Shooter wie „World of Warcraft“.

Nun ist nicht ganz klar, wer außer der „FAZ“ „World of Warcraft“ einen Ego-Shooter nennt, aber er läge damit falsch: Das Spiel wird weder aus der Ego-Perspektive gespielt (also durch die Augen einer Spielfigur), noch ist die Bedienung von Schusswaffen zentrales Element des Spiels.

Ein paar Absätze später heißt es:

Solche Zahlen wird Remedy schon deshalb nicht erreichen, weil „Alan Wake“ zwar für die X-Box von Microsoft, aber nicht für die Nintendo Playstation erhältlich sein wird.

Auf eine etwas verquere Art und Weise ist das gar nicht falsch. Allerdings wird nie auch nur ein Spiel für die Nintendo Playstation erhältlich sein, weil es gar keine „Nintendo Playstation“ gibt. Die Playstation und deren Nachfolgemodelle werden von der Firma Sony hergestellt. (Bei FAZ.net ist dieser Fehler inzwischen unauffällig korrigiert worden.)

[via Nilz B.]