Blick  

Barack Obama in der Gerüchte-Aufwärm-Küche

Es gibt einige Anhaltspunkte, die darauf hindeuten, dass eine Story totaler Quatsch ist:

  • Die Story gab es vor anderthalb Jahren schon mal, mit den genau gleichen Vorwürfen und Protagonisten.
  • Die Story wird nur auf Papier, nicht aber online veröffentlicht.
  • Kein Journalist steht mit seinem Namen zur Story, sie wird also sozusagen anonym veröffentlicht.
  • Von Wahrheit spricht niemand, die Story ist gespickt mit den Worten „angeblich“ und „soll“.
  • Kein anderes Medium berichtet über die Story, die, wenn sie wahr wäre, ungeahnte Folgen haben könnte.
  • Die einzige Quelle der Story ist ein berühmt-berüchtigtes Boulevardblatt.
  • Die Quelle der Story ist (vorübergehend?) nicht zugänglich („Page unavailable/under construction“).

All diese Punkte treffen auf eine Geschichte im heutigen „Blick“ zu.

Es geht darin um Vera Baker, die Barack Obama 2004 bei der Wahlkampagne für den Senat von Illinois als Finanzchefin unterstützte. Von der „Mail on Sunday“ auf den Vorwurf angesprochen, sie habe eine Affäre mit dem späteren US-Präsidenten gehabt, sagte sie im Oktober 2008: „Nichts passierte.“

Neu ist nur das – ausschließlich vom „Globe Magazine“ verbreitete – Gerücht, dass die beiden gemeinsam in einem Hotel gesichtet wurden, was ein Augenzeugenbericht und ein Video beweisen sollen. Alles andere ist seit 2008 bekannt und dementiert. Darum gehört die Story in ihrer jetzigen Sachlage in den Papierkorb.

Oder auf das Titelblatt:

Hat Obama seine Michelle betrogen?

Seite 12:

"Obama im Hotel erwischt

Mit Dank an Jonas A. für den Hinweis und Klartext für die Scans.