Abmahnungen, Cicero, Freie Radios

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Abmahnrepublik Deutschland (I)“
(carta.info, Wolfgang Michal)
Wolfgang Michal sieht im deutschen Abmahnwesen eine ernste Einschränkung der Meinungsfreiheit; „durch Schocktherapie“ sollen Publizisten mundtot gemacht werden. „Ohne Vorwarnung sind brachiale Summen im Spiel. Streitwerte von 100.000 Euro. Anwaltskosten von mehreren tausend Euro. Schadenersatz von vielen tausend Euro. Einschüchterungssummen. Das einstmals gute Recht der Abmahnung ist pervertiert.“

2. „Es ist ZEIT zu widersprechen II“
(freischreiber.de)
Der Berufsverband „Freischreiber“ geht auf einzelne Punkte des Briefs ein, den der Zeit-Verlag kürzlich an seine freien Mitarbeiter verschickte. „Die Urheber zu enteignen und mit ihren Werken in Zukunft allein Kasse machen zu wollen, ist kein Geschäftsmodell, sondern eine Zumutung.“

3. „Linksruck bei ‚Cicero'“
(theeuropean.de, Alexander Görlach)
Der Ex-Online-Chef der Zeitschrift „Cicero“, Alexander Görlach, sieht mit dem von Michael Ringier an die Spitze gesetzten Michael Naumann (SPD) einen Linksruck durch das Blatt gehen. Naumann weist die Kritik zurück: „Es ist abgründig und totaler Quatsch, was in dem Artikel steht“. Er werde Görlach einen Brief schreiben und ihn über die „Grundregeln des Journalismus“ aufklären.

4. „Eklat in Sachsen – Alle Freien Radios abgeschaltet“
(freitag.de/community/blogs/stefan-tenner)
Stefan Tenner berichtet, wie verschiedene Freie Radios in Dresden, Chemnitz und Leipzig am 17. April aus dem UKW-Netz verbannt wurden.

5. „The Future of News: Investigative Journalism“
(youtube.com, Video, 26:46 Minuten, englisch)
Bob Woodward („Washington Post“) und Bill Buzenberg („Center for Public Policy“) reden über investigativen Journalismus und die Möglichkeiten, ihn auch online zu betreiben.

6. „Fazsinierend“
(spreeblick.com, Johnny Haeusler)
Johnny Haeusler denkt darüber nach, wie er von Marcus Jauer im FAZ-Dossier „Deutsche Blogger“ dargestellt wurde. „Beim nächsten Mal, wenn sich jemand anderthalb Stunden Gespräch mit ein paar handschriftlichen Notizen merken will, stelle ich ich ein Aufnahmegerät daneben und das Ergebnis online.“