Kurz korrigiert (282)

Nachdem die schwedischen Musiker Benny Andersson und Björn Ulvaeus ihrer Kollegin Madonna im letzten Jahr für deren Song „Hung Up“ die Verwendung eines Melodiebogens aus dem ABBA-Klassiker „Gimme, Gimme, Gimme“ gestattet hatten, behauptet die „BamS“ heute, Madonna habe „als Erste und Einzige“ die Erlaubnis bekommen, „Songs der Pop-Legende ABBA zu benutzen“.

Aber was ist dann mit der Behauptung des „Hamburger Abendblatts“* vom 20.10.2005, es sei „das zweite Mal, daß die Schweden einem anderen Künstler erlaubten, ABBA-Musik zu benutzen“? Oder mit der „Welt“*? Die behauptete am 7.11.2005 ebenfalls korrekt: „Erst das zweite Mal nämlich haben Benny & Björn von Abba ein Sample aus ihrer Schöpfung freigegeben.“

Mit Dank an Sebastian D. für den Hinweis.

*) Aus der Fülle von Quellen, welche die heutige „BamS“-Behauptung widerlegen, haben wir hier spaßeshalber beispielhaft zwei Publikationen ausgewählt, die wie die „BamS“ zum Axel-Springer-Konzern gehören.
 
Nachtrag, 19.11.2006: In ihrer Korrekturspalte schreibt die „BamS“ heute über ihre Madonna-Behauptung: „Das stimmte nicht. Die Hip-Hop-Gruppe ‚The Fugees‘ (1997) und die Popsängerin Tanita Tikaram (1998) waren die ersten, für die ein ‚ABBA‘-Sample offiziell freigegeben wurde. Madonna kam danach.“ Woher die „BamS“ die Tikaram-Info hat, wissen wir nicht. Aber vielleicht haben sich ja Andersson und Ulvaeus selbst geirrt, als sie dem „Telegraph“ (hier nochmals der Link) über Madonnas ABBA-Sampling sagten: „This is only the second time we have given permission.“ Und dass der Fehler nach wie vor unkorrigiert bei Bild.de (hier nochmals der Link) steht, hat wahrscheinlich auch irgendeinen Sinn…