Dokusoaps, Treberhilfe, Blogger

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Du bist Dokusoap!“
(fernsehkritik.tv/blog)
Der Fernsehkritiker dokumentiert Anmeldeformulare und Rollenbeschreibungen der TV-Produktionsfirma Norddeich. So teilt die Firma ihre Schauspieler in der Kategorie „Charakter“ in die vier Kategorien „Sympath“, „Unsympath“, „Opfer“ und „konservativ“ ein.

2. „Wohlfeiles über die ‚Treberhilfe'“
(ndr.de, Video, 7:07 Minuten)
Dass der Chef der „Treberhilfe“ einen Maserati fährt, ist durch einen Bericht des „Tagesspiegels“ schon länger bekannt. Breite Aufmerksamkeit fand die Geschichte aber erst, als sie von Nachrichtenagenturen aufgenommen wurde.

3. „Massenepidemie. Doppelpunkt.“
(weltwoche.ch, Kurt W. Zimmermann)
Kurt W. Zimmermann glaubt angesichts der Berichterstattung über die Schweinegrippe, dass sich heutige Journalisten vielfach nicht mehr als Beschreiber der Wirklichkeit sehen. „Sie sehen sich als Gestalter der Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist für sie eine Knetmasse, die sich formen lässt. Die Realität ist ihr Plastilin. Das vereinigte Plastilin ergibt am Schluss eine publizistische Pandemie.“

4. „Deutsche Blogger besetzen die FAZ“
(carta.info, Wolfgang Michal)
Wolfgang Michal zum FAZ-Dossier „Deutsche Blogger“: „Die Tendenz der Story ist vom Anfangsmotiv vorgegeben: Willst du etwas niedermachen, vergrößere die Fallhöhe! Behaupte gleich zu Beginn, die Blogszene habe ursprünglich ein wahres Paradies schaffen wollen, sie habe hehre ‚webkommunistische‘ Ziele gehabt. Dann wird die Realität – im Vergleich dazu – erst so richtig mies, kleinkariert und nichtig erscheinen.“

5. „was das blog alles kann“
(gig.antville.org, andreaffm)
Andrea Diener denkt, dass Bloggen „noch nie inhaltlich begriffen“ wurde, „immer nur formal oder wirtschaftlich, und das ist der große Fehler, den alle machen.“

6. Interview mit Markus Beckedahl
(fr-online.de, Marin Majica)
Re:publica-Organisator Markus Beckedahl im Gespräch: „Blogs werden ernster genommen, der Medienwandel wird ernster genommen, weil man realisiert, dass da etwas passiert. Das war vor drei Jahren völlig anders. Da träumten noch alle davon, dass die Zeitungen 30 Jahre weiterleben werden.“