Bestechungsversuche, Meyer-Landrut, iPad

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Wie korrupt sind Journalisten?“
(sprengsatz.de, Michael Spreng)
Michael Spreng, ehemaliger Chefredakteur von „Bild am Sonntag“, erzählt, wie Automobilhersteller und Medienagenturen versuchten, ihn zu bestechen und denkt grundsätzlich über die Bestechungsgefahr im Journalismus nach. „Als besonders korruptionsbedroht gelten Auto- und Reisejournalisten. Noch gefährdeter aber sind Medizinjournalisten, weniger durch die Arzneimittelhersteller, sondern mehr durch die Produzenten der (eigentlich überflüssigen) Nahrungsergänzungsmittel.“

2. „Leistungskurs Medien – Lena Meyer-Landrut auf allen Kanälen“
(haz.de, Imre Grimm)
Wie Lena Meyer-Landrut einen „PR-Marathon“ absolviert, wie „Bild“ „nach einer Leiche im Keller des Stefan-Raab-Schützlings Lena“ sucht und wie Paparazzi das Haus ihrer Eltern umschleichen.

3. „Die Qualitätslüge“
(medienspiegel.ch, Daniel Weber)
Daniel Weber, Chefredakteur von „NZZ Folio“, wundert sich, dass Verlagsmanager nicht müde werden, „zu beteuern, dass mit dem Abbau keineswegs ein Qualitätsverlust einhergehe. Sondern im Gegenteil eher das Gegenteil.“

4. Interview mit Stephen Shepard
(focus.de, Leif Kramp und Stephan Weichert)
Stephen B. Shepard von der CUNY Graduate School of Journalism zur Frage, wer heute alles Journalist ist. „Wenn man ein Blogger für die Hyperlocal Newswebsite in Brooklyn ist, ist man dann ein Journalist? Die Antwort lautet: ja!“

5. „iPad als Chance für Medienbetriebe“
(netzwertig.com, A. Göldi und P. Sennhauser)
Nach einem enttäuschenden Test der iPad-Applikation der „Welt“ fragen Peter Sennhauser und Andreas Göldi, welche Hoffnungen sich für die Medienkonzerne mit dem iPad erfüllen könnten. Und bleiben skeptisch: „Sie investieren nicht dort, wo sie gewinnen könnten – bei wirklich guten Inhalten – , sondern hoffen naiv auf eine künstliche Verknappung, die es nicht geben wird.“

6. „‚Explosiv‘ bedient sich bei der ‚heute show'“
(dwdl.de, Jochen Voß)
Ein Reporter mit einer schwarzen Baseballkappe versucht für das RTL-Boulevardmagazin „Explosiv“ in Privatwohnungen Fotos für einen angeblichen Dienst „Homeview“ zu machen (Video, 8:52 Minuten). Genau das hatte schon vor zwei Wochen die ZDF-„heute show“ gemacht (Video, 4:07 Minuten).