Faktenchecker, Neonazis, Schmidt

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. „Faktenchecker auf Fehlersuche“
(ndr.de, Mareike Fuchs, Video, 6:59 Minuten)
Zu Besuch in der Dokumentation des „Spiegel“ und bei Günther Garde, dem Faktenprüfer des „Stern“. Obwohl die Glaubwürdigkeit der Medien von korrekten Fakten abhängt, ist der Beruf des Faktenprüfers bedroht.

2. „Der ORF und die Neonazis“
(brodnig.org, Ingrid Brodnig und Martin Gantner)
Wie viel Geld wurde von der ORF-Sendung „Schauplatz“ an zwei junge Neonazis bezahlt? Während die ORF-Führung von je 100 Euro spricht, behaupten die beiden, es sei mehr Geld geflossen. „Philipp sagt, es seien 100 Euro pro Drehtag gewesen. Wie Falter-Recherchen im ORF ergaben, dürften die jungen Männer jedenfalls mehr Geld als 200 Euro erhalten haben. 50 Euro bekam zum Beispiel Philipp – bevor er vor laufender Kamera einen rechtsradikalen Shop betrat. Von dem Geld kaufte sich der Skinhead eine Fahne und zwei T-Shirts.“

3. „Bild Dir Deine Meinung“
(spiegel.de, Ingeborg Wiensowski)
„Mit Pressefotos von Mord und Totschlag, Demonstrationen und Explosionen will der Hamburger Kunstverein 60 Jahre Stadtgeschichte zeigen. Es entsteht ein schrilles und vor allem einseitiges Bild: Alle Fotos stammen aus der ‚Bild‘-Zeitung.“

4. „Zwischen Märchenstunde und Motzki-Pöbelei“
(carta.info, Steffen Rutter)
Steffen Rutter, Mitarbeiter der FDP-Bundestagsfraktion, kritisiert den Beitrag „Wie die FDP die Profiteure der Finanzkrise schützen will“ (Video, 6:37 Minuten) der Sendung „Monitor“. Es gehe im Beitrag „nicht um einen dunklen Plan der FDP, sondern vielmehr um Werbung für eine Idee der Redaktion“.

5. Interview mit Helmut Schmidt
(zeit.de, Giovanni di Lorenzo)
Helmut Schmidt glaubt, dass Journalisten „insgesamt mindestens genauso empfindlich“ sind wie die Politiker „und mindestens genauso geneigt, etwas übel zu nehmen“. „Wenn man ganz genau hinschaut, dann sieht man, dass die politischen Journalisten eigentlich mehr zur politischen Klasse gehören und weniger zum Journalismus.“

6. „What you shouldn’t say on the front page of a newspaper…“
(tabloid-watch.blogspot.com, englisch)
Eine Titelschlagzeile des „Irish Daily Star“.