AP  

Kleiner Hobbit, großes Chaos

Vergangenen Montag tickerte Associated Press gleich zwei Mal eine Meldung (unredigiert u.a. von „RP Online“ und der „Hersfelder Zeitung“ übernommen), die vor allem im zweiten Satz Rätsel aufgibt:

Oscar-Preisträger Peter Jackson will nach der „Herr der Ringe“-Trilogie den Regie-Stab für sein „Hobbit“-Projekt an Guillermo del Toro weiterreichen. Das kündigte Jacksons langjähriger Mitarbeiter und Kunstdirektor, Richard Taylor, am Montag der Nachrichtenagentur AP in Hongkong mit.

Da ist zunächst die Berufsbezeichnung des Mannes, der etwas „mitgekündigt“ haben soll: Richard Taylor, der „Kunstdirektor“, leitet nicht etwa ein Museum oder eine Galerie, er ist „Art Director“, also künstlerischer Leiter des Projekts.

Außerdem ist es keineswegs eine Neuigkeit, dass Guillermo del Toro bei den beiden „Hobbit“-Filmen Regie führen wird — das ist viel mehr schon seit April 2008 bekannt.

Im ersten Satz eines längeren Artikels über „Kunstdirektor“ Richard Taylor erklärt die amerikanische AP, warum Peter Jackson nicht Regie führt:

Einer von Peter Jacksons regelmäßigen Mitarbeitern sagt, der „Herr der Ringe“-Regisseur hat die Fackel an den mexikanischen Filmemacher Guillermo del Toro weitergereicht, um dem zweiteiligen Trilogie-Prequel „Der Hobbit“ ein neues Aussehen zu geben.

(Übersetzung von uns)

Womöglich haben die deutschen Kollegen nur die erste Hälfte dieses Satzes gelesen.